Gut gerüstet in die Zukunft


Die TG Nürtingen intensiviert ihre Jugendarbeit und hat bereits 40 neue Nachwuchsspieler dazubekommen.

Die Basketballer der TG Nürtingen stehen vor einem entscheidenden Wechsel. Ihre erste Mannschaft ist vergangene Saison erneut aus der Landesliga abgestiegen, 14 Spieler haben den Verein danach verlassen. Um solchen Unwägbarkeiten in Zukunft entgegenwirken zu können, wollen die TG-Korbjäger ihre Abteilung breiter aufstellen –vor allem im Jugendbereich.


Von außen betrachtet könnte man meinen, die Nürtinger Basketballer stünden vor einem Scherbenhaufen. Zweimalwaren sie zuletzt von der Bezirks- in die Landesliga aufgestiegen, zweimal folgte der sofortige Abstieg. Und nun kehren auch noch 14 Spieler der TGN den Rücken. Ein neuerlicher Aufstieg ist dadurch undenkbar geworden, viel eher droht den Hölderlinstädtern ein weiterer Abstieg, befürchtet Jörg Fischer. Der neue Jugendleiter war bis zum Saisonende noch Aktiventrainer. Er weiß, wovon er spricht, schließlich ist er mit der Abteilung schon durch dick und dünn gegangen. Als Spieler ,Trainer und Schiedsrichter .1988 trat er ihr bei, bis auf drei kurze Gastspiele in Rottenburg, Göppingen und Kirchheim hat er ihr immer angehört. Fischer hat demnach schon viel erlebt, und sicher auch deswegen will er nicht alles allzu negativ sehen. Viel eher richtet er den Blick zuversichtlich in die Zukunft. „Wir versuchen, einen Aufschwung hinzubekommen“, erklärter.

JörgFischer hat sich in den vergangenen Monaten viele Gedanken gemacht. Er hat ein Trainingskonzept erarbeitet. Allerdings nicht für die zwei Herrenteams, die in der abgelaufenen Runde noch am Spielbetrieb teilgenommen haben. Und auch nicht für die eine verbliebene Mannschaft, die in der Bezirksliga an den Startgehen wird. Seine Überlegungen zielen darauf ab, die Abteiung in gewisser Weise zu revolutionieren. Von unten herauf. Wiedas genau gehen soll, darüber hat der 41-Jährige genaue Vorstellungen. Auf einmal nimmt Jörg Fischer seine Arme und Hände zu Hilfe, um seine Ziele anschaulicher zu machen. „Das ist wie bei einer Pflanze“, sagt er gestikulierend. „Nach oben wird sie immer dünner.“ Zuletzt ist der Stamm bei den TGN-Korbjägern dünn geworden, viel zu dünn nach Fischers Geschmack. Deswegen soll er dicker

werden. Es bedarf sozusagen einer Grunderneuerung von unten nach oben. Wer ordentlich sät, der wird irgendwann die Früchte ernten. Das ist in der Natur so und lässt sich auf den Sportübertragen. Eine gute und qualifizierte Jugendarbeit ist dabei das A und O, bei den Nürtingern soll diese spätestens ab jetzt Einzug halten.

Hierbei greifen nun Fischers Gedankenspiele und Unternehmungen. Er selbst hat seit ein paar Monaten den C-Trainerschein in der Tasche. Die Konzeption für den Jugendspielbetrieb und das Training mit dem Nachwuchs ist auch erstellt. Durch Aktionen mit Kindern und Jugendlichen soll deren Interesse fürs Basketball geweckt werden. Bei einem Schnuppertraining in der Roßdorfschule zählte Fischer jüngst 28 Jungs und Mädchen. Die eine oder der andere sind dabei hängengeblieben und kommen seither zum Training. Über 40 neue Nachwuchsspieler verteilen sich seit dem verstärkten Werben auf die unterschiedlichen Jugendmannschaften, die nach den Sommerferien mittwochs wieder ab 17 Uhr in der Högy-Sporthalle trainieren.

Durch diese Maßnahmen oder aber auch eine Talentsichtung Anfang Juni sowie das Ende Juli wieder durchgeführte Basketball-Camp mit 70 Kindern konnten die TGler ihr Jugend-Mannschaftskontingent erhöhen. Im männlichen Bereich fehlt lediglich ein U20-Team, im weiblichen eines in der U19. Zudem geht eine Damenmannschaft an den Start. Sie wird ebenso von Fischers Frau Daniela trainiert wie alle weiblichen Jugendteams. Auch die männlichen Mannschaften verfügen fast alle über qualifizierte Trainer. Fischer selbst ist mitverantwortlicher Coach der U12 und der U14. Und wenn es hier oder da klemmt, hilft er auch in anderen Altersklassen mit.

Alles arbeitet natürlich nach Fischers erstelltem Konzept sowie seinen Trainingsplänen. Baldmöglichst soll auch seine Vision in die Tatumgesetzt werden. „Wir wollen ein Gegenpol zu Kirchheim sein“, macht Jörg Fischer deutlich. Er meint damit aber lediglich den Jugendbereich. Das große Ziel lautet, in naher Zukunft eine U14-Mannschaft in der Oberliga ins Rennen zu schicken. Und wer weiß, vielleicht spielt in Bälde ja auch ein aktives Team der TG Nürtingen wieder in der Landesliga.

Quelle: Jens S. Vöhringer, NTZ (11.August 2011)