Drama ohne Happy-End

Am vergangenen Sonntag empfingen die Herren der TG Nürtingen mit dem TV Cannstatt einen der beiden Meisterschaftsfavoriten. Dabei kamen die zahlreichen Zuschauer auf Ihre Kosten. Nur das Ergebnis stimmte nicht, denn die Hausherren mussten sich nach großem Kampf knapp in der Verlängerung mit 80:86 (73:73, 37:31) geschlagen geben.

Endlich mal wieder eines dieser Spiele, bei denen man so richtig mitfiebern konnte. Nach zuletzt eindeutigen Siegen in eigener Halle zeigten sich die Korbjäger der TG Nürtingen von Beginn an gewappnet gegen das Spitzenteam aus Cannstatt. Schon in den ersten Minuten zeigte sich, dass sich beide Teams einen Kampf auf biegen und brechen liefern sollten.

Entgegen alle bisherigen Saisonspielen waren die Mannen um Trainer Jörg Fischer von Beginn an hellwach und starteten gut ins Spiel. Bis kurz vor Ende des ersten Viertels konnte man sich einen leichten Vorsprung erspielen, ehe der Gast durch 2 „Dreier“ in den Schlusssekunden seinerseits mit 23:20 in Führung ging. Im zweiten Viertel lagen die Vorteile dann auf Seiten der Gastgeber. Mit vielen tollen Aktionen brachte man sich wieder in Front. Beim Seitenwechsel hatte man sich eine knappe 37:31 Führung erspielt.

Auch im dritten Viertel ging es zunächst gut weiter. Doch dann der erste Dämpfer für die TG als Aufbau Sebastian Hilburger sein fünftes Foul zugesprochen bekam und damit nicht mehr weiterspielen dürfte. Bis dato zeigten die Gastgeber weiterhin eine gute Vorstellung. Dann Minuten später der nächste Rückschlag. Der zweite Aufbau Daniel Weingarten verletzte sich und konnte nicht mehr weiterspielen. Da Chara Kiriakidis verletzungsbedingt gar nicht erst auflaufen konnte, waren die Neckarstädter nun quasi „führerlos“.

Bis zum Ende des dritten Viertels konnte man trotz allem noch immer eine knappe 55:53 Führung behaupten.
Nun mussten es also die verbleibenden Nürtinger „Riesen“ richten. Im letzten Viertel machte sich jedoch so langsam ein Kräfteverschleiß auf Seiten des Gastgebers bemerkbar. Die Gäste wirkten sichtlich frischer. Trotzdem und nicht zuletzt dank des bärenstarken Torsten Ratzkowski (21 Punkte) hätten die TGNler das Spiel entscheiden können. Doch viele vergebene Chancen von der Linie verhinderten eine vorzeitige Entscheidung. So ging Cannstatts Sekunden vor dem Ende wieder mit 2 Punkten in Führung. Vier Sekunden vor der Schlusssirene stellte Martin Untersehen den 73:73 Ausgleich her und rettete damit seine Mannschaft in die Verlängerung.

Aufgrund eines Fehlers am Anschreibertisch erwischte es in der Verlängerung auch noch Willi Schweinfort. Auch er war wegen „fünf Fouls“ nicht mehr einsatzberechtigt. Die fehlende Erfahrung aufgrund der vielen Ausfälle machte sich nun bemerkbar und die Gäste aus Cannstatt konnten zudem auch in der Verlängerung noch ihr Niveau halten. Damit verlor man am Ende unglücklich gegen eine allerdings auch gute Cannstatter Mannschaft mit 80:86 Punkten. „Heute hätten beiden Mannschaften den Sieg verdient gehabt. Aber insgesamt hatten die Gästen den längeren Atem“, so ein enttäuschter Trainer nach dem Spiel. Trotzdem der Fortschritt ist deutlich erkennbar. Die TG hat hier nicht enttäuscht und den Kampf angenommen. Damit sind die Ausstiegsambitionen vorerst gestoppt.

TG Nürtingen:
Gramm(4), Grunert, Hilburger(8), Panos, Ratzkowski(21), Schulz, Schweinfort E. (8), Schweinfort W.(10), Theilmann(5), Unterseher(19), Weingarten(4), Welte.

jöf