Herren1: Verloren, aber doch gewonnen

Getreu dem Motto „Verloren aber doch gewonnen“ dürfte die 74:85 (20:27, 40:43, 59:61) Niederlage der ersten Herren Mannschaft der TG Nürtingen am vergangenen Samstag gegen einen starken Tabellendritten KuSV ZRINSKI Waiblingen verbucht werden. Trotz der vierten Saisonniederlage sicherten sich der neue und alte Tabellenzweite die Vizemeisterschaft und damit den Relegationsplatz.
Die Vorrausetzung vor dem Spiel waren klar. Die Basketballer der Turngemeinde hatten das Hinspiel zu Saisonbeginn noch mit 13 Punkten Vorsprung gewonnen. Da sie gleichzeitig vor dieser Partie einen Sieg mehr auf der Habenseite aufweisen konnte, dürfte man sich im Kampf um den Relegationsplatz gegen den Gast aus Waiblingen sogar eine deutliche Niederlage mit 12 Punkten leisten. In einem hochdramatischen Spiel wurde es am Ende aber nochmals ganz eng.

Von Beginn an glaubten die Gäste aus Waiblingen offensichtlich an die eigene Chance diesen hohen Rückstand aufholen zu können. Die ersten Punkte gehörten den Gästen. Es dauerte einige Minuten bevor die Gastgeber um Spielertrainer Daniel Weingarten ins Spiel fanden. Dann entwickelte sich speziell im ersten Viertel eine offene Partie mit vielen Führungswechseln. Eine Drangphase zu Ende des ersten Viertels nutzte der Tabellendritte, um sich deutlich auf 27:20 abzusetzen. Würde dieses Spiel so weiterlaufen, hätte es das sicher Aus sämtlicher Nürtinger Aufstiegsambitionen bedeutet.

Dies war natürlich auch den Korbjägern aus der Hölderinstadt klar. Doch zunächst einmal blieb der Kontrahent weiter am Drücker und könnte sich zum ersten Mal in diesem Spiel zweistellig absetzen.
Offensichtlich ein Weckruf für den in diesem Spiel und auch schon während der gesamten Saison überragenden Willi Schweinfort. Fast im Alleingang brachte er seine Farben kurz vor dem Seitenwechsel mit einer Energieleistung wieder in Front. Am Ende sollten sich starke 25 Punkte auf seinem Punktekonto angesammelt haben. Somit sah es zum Pausentee bei einem knappen 40:43 Rückstand schon wieder deutlich rosiger aus.

In der Pausenkabine setzte es dennoch mahnende Worte des Trainers. Eine weitere Schwächephase konnte unter Umständen alle Hoffnungen auf den Relegationsplatz zu Nichte machen. Zumal man hier auf einen extrem motivierten und stark agierenden Gegner traf.

Die zweite Spielhälfte und speziell die Schlussphase waren nichts für schwache Nerven. Im dritten Viertel kämpften beide Mannschaften weiter um jeden Ball. Mit etlichen erfolgreichen Drei-Punkte Würfen brachte sich Waiblingen immer wieder in Front. Doch der Tabellenzweite konnte im Gegenzug immer wieder erfolgreich kontern. So blieben die Gäste zwar während des gesamten dritten Viertels immer in Führung, aber die Nürtinger verkürzten den Rückstand dennoch leicht auf 59:61 Punkte.

Nun war „Crunchtime“ angesagt. Die letzten 10 Spielminuten mussten also über den zweiten Tabellenplatz entscheiden. Dabei sah es bis kurz vor Schluss zunächst einmal danach aus, als könnten die Hausherren zwar das Spiel nicht mehr gewinnen, aber den „Vorsprung“ sicher über die Ziellinie retten. Doch nun warf der Gegner nochmals alles in die Waagschale. Plötzlich machte sich zudem Nervosität auf Seiten des Gastgebers breit und dies zu einem extrem ungünstigen Zeitpunkt. Das Momentum war nun klar auf Seiten der Gäste und aus ihrer Sicht schien die Partie nun die richtige Wendung zu nehmen. Wenige Sekunden vor dem Ende brachten sie sich mit 11 Punkten in Front. Ein weiterer Treffer hätte das Ende aller Nürtinger Träume bedeutet. Wenigstens gehörte der letzte Ballbesitz den Gastgebern. Mit letztem Kampf und Einsatzwillen schafften sie es dann doch noch den „Vorsprung“ hauchdünn über die Ziellinie zu retten Die 74:85 Niederlage dürften die Nürtinger wie einen Sieg bejubeln denn letztendlich reichte dies hauchdünn für zweiten Platz. Wann es nun weitergeht ist bis dato noch unklar. Sicher ist, dass es wenigstens Relegationsspiele geben wird. Läuft alles gut könnte sogar der direkte Aufstieg winken.

TG Nürtingen: 
Buka(2), Heinigen, Kostidis, Moreau, Nyankam(2), Panos, Pavlica(15), Ratzkowski(8), Schnitzer, Schweinfort(25), Theilmann(8), Weingarten(14). 

jöf