Damen1: Befreiungsschlag oder Strohfeuer?

Im wichtigen Aufeinandertreffen bei der zweiten Mannschaft der BSG Ludwigsburg setzen sich die Oberliga Damen der TG Nürtingen am vergangenen Samstag mit 52:39 (12:7, 28:19, 36:25) durch. Damit feierte man einen wichtigen und vielleicht auch wegweisenden Sieg, um hinten aus dem Tabellenkeller wieder herauszukommen.

„Endlich“, so der Tenor aus dem Lager der Nürtinger nach diesem Erfolgserlebnis. Aufgrund des bisherigen Saisonverlaufs standen die Damen aus Nürtingen mächtig unter Druck, wollte man den Anschluss ans hintere Tabellendrittel nicht abreißen lassen. Die BSG Ludwigsburg steht zwar ebenfalls hinten in der Tabelle, ließ aber vor Wochenfrist mit einem Kantersieg beim TSV Malmsheim aufhorchen. Damals wurden viele Spielerinnen der Regionalligareserve eingesetzt. Umso ungewisser war es dann vor Spielbeginn, in welcher Formation die Gastgeber in diesem wichtigen Spiel gegen die TG Nürtingen wohl antreten würden.

Schon beim Aufwärmen zeichnete sich aber ab, dass Ludwigsburg eher mit der Oberliga-Stammmannschaft spielen würde, und in diesem Spiel zudem noch ersatzgeschwächt mit lediglich 7 Spielerinnen antreten konnte. Die TGN brachte es wenigstens auf 8 Spielerinnen. Aus der Stammformation fehlten mit Lena Mauthe und Thea Diez lediglich 2 Spielerinnen. Ein erster Vorteil also für die Gäste.

So begann dann auch das Spiel mit zunächst deutlichen Vorteilen der Turngemeinde und einem 7:0 Traumstart. Erst anschließend brachte die ehemalige Nürtinger Spielerin Sarah Wanzke Ihre Farben ins Spiel. Mit 2 Dreiern in 2 Minuten konnte sie im Alleingang den Anschluss herstellen. Auf der Gegenseite hatte aber Daniela Fischer eine passende Antwort parat und war ebenfalls von der „Drei-Punkte-Linie“ erfolgreich. Nach dem ersten Viertel lagen die Gäste mit 12:7 Punkten in Führung.

In den ersten Minuten des zweiten Viertel wiederholte sich zunächst einmal das Preisschießen der beiden. Zwei weitere Dreier durch Wanzke wurden aber mit 2 Dreiern von Daniela Fischer gekontert. Im weiteren Verlauf kümmerten sich beide Abwehrreihen dann verstärkt um die glänzend aufgelegten Schützinnen und dieses Wurfduell fand damit erst einmal ein Ende.

Bis zum Seitenwechsel zeigten die Damen aus der Hölderlinstadt, dass man in den jeweiligen Formationen qualitativ über den besser besetzten Kader verfügt. Während auf Seiten der BSG lediglich die zweite ehemalige Nürtinger Spielerin Selma Yesilova sich in die Scorerliste eintragen konnte, waren beim Kontrahenten mit Kim-Tara Fischer, Luise Büchele, Lisa Reichmuth sowie Nora Müllner insgesamt 4 weitere Spielerinnen mit Abschlüssen erfolgreich. Folgerichtig lag der Gast zum Seitenwechsel deutlich mit 28:19 Punkten in Führung.

Doch die letzten Spiele haben gezeigt wie wenig eine Halbzeitführung bedeuten kann. Bereits in Jungingen und gegen Waiblingen lag man zum Seitenwechsel zum Teil komfortabel in Front, am Ende stand man jedoch mit leeren Händen da. Somit waren die ohne Trainer angereisten TGNlerinnen also gewarnt. Nicht zuletzt im Hinblick auf die Foulbelastung, welche zumindest in Jungingen den Ausschlag für die Niederlage gab.

Das dritte Viertel verlief dann zäh und schleppend, aber auf beiden Seiten. Bei Fischer und Co. waren die negativen Erfahrungen der letzten Niederlagen offensichtlich deutlich in den Köpfen eingebrannt. Plötzlich spielte man wie gelähmt, mut- und drucklos und mit schlechten Entscheidungen. Die Hausherrinnen vermochten daraus aber kein Kapital zu schlagen. Insgesamt fehlte ihnen aufgrund der vielen abwesenden Spielerinnen die Qualität in der Tiefe. Somit ging auch das dritte Viertel mit 8:6 knapp an die TGN. Vor dem abschließenden Viertel wurde der Vorsprung damit leicht auf 36:25 vergrößert.

Im letzten Viertel wurde es auf beiden Seiten wieder besser. Der Abstand blieb lange Zeit in etwa konstant. Erst in der Schlussphase kam die in diesem Spiel überragende Wanzke (20 Punkte) erneut zur Geltung und brachte Ludwigsburg nochmals auf 5 Punkte (39:44) heran. Das sollte es dann jedoch mit der Herrlichkeit der Gastgeber gewesen sein. Die Schlussminuten gehörten nur noch den Spielerinnen aus der Hölderlinstadt. Mit deutlich mehr Tempo und besseren Entscheidungen konnte wieder die Leistung der ersten Spielhälfte abgerufen werden. Bis zum Endstand von 52:39 punkteten nur noch die Oberligisten aus der Neckarstadt. Damit dürfte man bei nun 2 Siegen und 5 Niederlagen und mit dem Wissen, doch noch gewinnen zu können, erleichtert die Heimreise antreten. Schon in den nächsten beiden Wochenenden stehen weitere wichtige und richtungsweisende Spiele an. Bis zur Winterpause sollten unbedingt noch einige Punkte erspielt werden

Für TG Nürtingen gespielt haben:
Attinger, Büchele(11), Fischer, D.(17), Fischer, K-T.(12), Müllner(4), Reichmuth(6), Rehklau, Staib(2).


jöf