Damen1: Das Glück ist nicht auf Seiten der Turngemeinde

In einem intensiven und bis zum Ende mitreisenden Oberligaspiel hatten die Damen der Turngemeinde am Ende mit 78:74 n. V. (21:19, 33:38, 45:51, 70:70) das Nachsehen. Damit hat man erneut ein ganz enges Spiel verloren und steckt weiterhin im hinteren Teil der Tabelle fest.

Spielt so ein potentieller Abstiegskandidat? Diese Frage dürfte und musste von der ersten Spielminute an mit einem klaren „Nein“ beantwortet werden. Die Nürtinger legten in den ersten Spielminuten los als gäbe es kein Morgen. Die gastgebenden Tabellenfünften aus Waiblingen wussten zunächst gar nicht wie Ihnen geschieht. Bevor sie sich richtig besinnen konnten, sahen sie sich nach wenigen Minuten mit einem 4:13 Rückstand konfrontiert.

Eine Auszeit, ein Schütteln und plötzlich waren die Gastgeber da. Nun drückten sie aufs Tempo und die Damen von Interimscoach Jörg Fischer wurden in den Folgeminuten ein ums andere Mal überrannt. „Von dieser Tempoverschärfung wurden wir erst einmal sichtlich überrascht“, so ein von der Dramatik des Spiels gezeichneter Trainer nach dem Spiel.  Bis zum Ende des ersten Viertels schaffte Waiblingen den Anschluss zum 19:21.

Obwohl sich die Spielerinnen aus der Hölderlinstadt im zweiten Viertel besser auf das Hohe Tempo einstellten und nun auch deutlich die Aggressivität in der Defensive steigerten, blieb Waiblingen in diesem Viertel weiter am Drücker. Speziell im diesem Abschnitt erspielten sich die Hausherrinnen viele einfache Abschlüsse, während auf Seiten des nunmehr Tabellenzehnten eben die wichtigen Würfe nicht fallen wollten. Dennoch die Moral und die Intensität im Nürtinger Lager war gut und man ließ sich nicht abschütteln. Ein erfolgreicher Dreier des VfL zum Abschluss der ersten Halbzeit besiegelte den 33:38 Rückstand zum Seitenwechsel.

Eines war klar und wurde durch den Trainer in der Halbzeit nochmals deutlich zur Sprache gebracht. Beide Mannschaften begegneten sich auf Augenhöhe und der mögliche Sieg war weiterhin im Bereich des Möglichen.

Zu Beginn des dritten Viertels erhöhten beide Mannschaften nochmals die Intensität. Auf beiden Seiten wurde nun um jeden Ball gekämpft. Freie Würfe müssten man sich hart erspielen. Somit dauerte es 3 Minuten bis im zweiten Abschnitt die ersten Punkte überhaupt erzielt wurden. Leider aus Sicht der Gäste war es der Kontrahent, der die ersten Nadelstiche setzte. Der Rückstand wuchs auf 9 Punkte an. Doch der sehr gut spielenden Nürtinger Mannschaft war weiterhin alles zuzutrauen. Man blieb im Spiel. Nach dem dritten Viertel hatte sich der Rückstand dennoch leicht auf 45:51 Punkte erhöht.

Weiter ging die Körbejagd im vierten Viertel. Ein erfolgreicher Dreier der gut aufgelegten Lisa Reichmuth brachte die TG auf 52:55 Punkte heran. Doch Waiblingen konterte durch Ihre an diesem Tag bärenstarke Katrin Bort (37! Punkte, 5 Dreier) mit 2 erfolgreichen Dreiern in Folge. Dabei ein Dreier quasi mit Ablauf der 24 Sekunden und der zweite deutlich jenseits der Dreierlinie. Wieder lagen die Gäste mit 9 Punkte im Rückstand.

Die Schlussphase des Spiels hatte es in sich. Nun überschlugen sich die Ereignisse. Zunächst brachte Daniela Fischer ihre Mannschaft mit 5 Punkten in Folge wieder auf 4 Punkte heran. Waiblingen konterte mit einem weiteren Dreier durch Bort und einem weiteren Zweier. Damit waren es wieder 9 Punkte Rückstand (59:68). Mit super Defensivarbeit erkämpfte sich die Turngemeinde nun zahlreiche Bälle und schafften 34 Sekunden vor dem Ende durch einen weiteren Dreier von Reichmuth mit einen 9:0 „Run“ tatsächlich den 68:68 Ausgleich. 10 Sekunden vor Ende des Spiels dann ein erneuter überragender Treffer Waiblingens aus größter Bedrängnis. Doch die in diesem Spiel ebenfalls super starke Nora Müllner hatte etwas gegen die drohende Niederlage einzuwenden. Unwiderstehlich zog sie zum Korb und erzielte 3 Sekunden vor dem Ende den erneuten Ausgleich zum 70:70. Damit ging es in die „Overtime“.

Der erste Ball in der Verlängerung gehörte den Damen aus der Hölderlinstadt. Trotz einer schönen Kombination brachte man den Ball nicht im Korb unter. Im Gegenzug legten die Gastgeber mit einem Dreier vor. Es folgte weiterhin ein Kampf auf Biegen und Brechen und eigentlich mit den deutlich besseren Wurfmöglichkeiten auf Seiten von Müllner und Co. Doch speziell in dieser Phase wollte kein Ball mehr durch die orangefarbene Reuse fallen. Erst eine Zeigerumdrehung vor Ende bei einem 4-Punkte Rückstand sorgten Luise Büchele und Nora Müllner für den erneuten Ausgleich (74:74). Im Gegenzug brachte ein Foul Waiblingen an die Linie. Die 2 erfolgreiche Freiwürfe brachten die Gäste wieder unter Zugzwang. So oft war man in diesem Spiel wieder zurückgekommen, doch dieses Mal blieb ihnen der erneute Ausgleich verwehrt. Nach einem „Stop the Clock“ Foul gehörten die letzten beiden Punkten den gastgebenden Waiblingerinnen zum 78:74 Erfolg. Dass beide Mannschaften in einem tollen Spiel am oberen Limit spielten verdeutlichen auch ein paar Zahlen. Waiblingen hatte bisher 60 Punkte im Schnitt pro Spiel erzielt. Nürtingen bisher lediglich knapp unter 56 Punkten. Damit lagen beide Mannschaften deutlich über ihrem Schnitt. Nun treffen die Nürtinger Damen in gut 2 Wochen in einem weiteren Spiel mit Endspielcharakter auf Ludwigsburg.


Für TG Nürtingen gespielt haben:
Attinger(15), Büchele(12), Diez(6), Fischer, D.(12), Fischer, K., Müllner(16), Reichmuth(10), Salkowski(2), Staib.

jöf