Damen1: Nürtingens Damen besiegen Waiblingen

Zum ersten Mal überhaupt seit es in Nürtingen Damenbasketball gibt gingen die Oberligistinnen der Turngemeinde im Duell mit dem VfL Waiblingen als Sieger vom Parkett. Mit Blick auf die Tabelle war dieser 67:61 (14:13, 35:27, 52:40) Erfolg in heimischer Halle enorm wichtig. Damit behält man den Anschluss ans breite Tabellenmittelfeld.

Die Vorzeichen aus Nürtinger Sicht vor dieser Begegnung standen alles andere als gut. Ohne Sarah Wanzke, mit einer angeschlagenen Luise Büchele und mit einer Nora Müllner, welche unter der Woche nicht trainieren konnte, waren die Voraussetzungen alles andere als optimal. Dies war in den ersten Spielminuten im Nürtinger Spiel deutlich spürbar und man hatte große Mühe ins Spiel zu finden. Die ersten Punkte gingen folgerichtig auf das Konto der Gäste. Es dauerte bis zur 4.ten Spielminute bevor Luise Büchele ihrem Team endlich den ersten Treffer bescherte. Zum Glück aber lief es in der Anfangsphase auch auf der VfL-Seite nicht besser. Auch sie hatten Mühe ins Spiel zu finden und konnten zunächst keine weiteren Punkte mehr verbuchen.

Nach 5 Minuten fand die Turngemeinde in Person von Nora Müllner und Daniela Fischer zunehmend den Rhythmus. Als hätte man den Schalter umgelegt spielten die Hausherrinnen nun den erfolgreichen und gut organisierten Basketball der vergangenen Wochen. Bis zum Ende des ersten Viertels erzielten sie so noch 12 Punkte, welche bis zum Viertelende zu einer knappen 14:13 Führung reichten.

Den deutlich besseren Start ins zweite Viertel erwischten zwar erneut die Gäste und erspielten sich in der 14.ten Spielminute eine 22:17 Führung. Dies sollte jedoch ihre letzte und höchste Führung des Spiels bleiben. Fortan erhöhten Müllner und Co. den Verteidigungsdruck und vermieden so einfach Gegenpunkte. Selbst wurden gute Wurfpositionen geduldig herausgespielt. Lisa Reichmuth mit ihren ersten 4 Punkten und Daniela Fischer mit 5 weiteren Punkte sorgten so für einen 9:0 Zwischenspurt und der ersten deutlichen TG-Führung (28:22). Weitere Körbe von Reichmuth und Emmi Müllerschön sowie die ersten Körbe von Kim Fischer und Sina Staib führten zur 35:27 Halbzeitführung.

Doch trotz oder gerade aufgrund der etwas deutlicheren Pausenführung warnte der Trainer Jörg Fischer seine Spielerinnen eindringlich vor Waiblingens Stärken. „Unsere Körpersprache beim Seitenwechsel ließ nichts Gutes erahnen. Wir können uns gegen keine Mannschaft der Liga Unkonzentriertheiten leisten. Sonst geht es uns so wie bei der empfindlichen Auswärtsniederlage in Heidenheim.“, befürchtete der Trainer einen Fehlstart in die zweite Spielhälfte.

Zum Glück sollten seine Bedenken zunächst unbegründet sein. Zwar erzielte der VfL wieder die ersten Punkte des Viertels, doch Thea Diez konterte auf der Gegenseite. Als man bis zur 26.ten Spielminuten den Vorsprung mit einem weiteren 6:0 Run sogar auf 12 Punkte (45:33) erhöhte, standen die Zeichen auf Sieg. In der Verteidigung stand man nun sehr dicht gestaffelt und ließ Waiblingen nicht zum Korb kommen. Leider aber häufig auf Kosten von Fouls, welche die Gäste oft an die Linie brachte. Auch wenn der VfL in dieser Phase gut von der Linie traf (7 von 8 erfolgreiche Freiwürfe) änderte sich am Abstand bis zum Viertelende nichts mehr. Mit einer 52:40 der Turngemeinde ging es in den Schlussabschnitt.

Wie schon in den ersten 3 Abschnitten musste man auch im vierten Viertel zunächst einmal die ersten Punkte hinnehmen. Die Gäste hatten sich offensichtlich längst nicht aufgegeben und verkürzten zwischenzeitlich auf 6 Punkte (56:50). Somit war der scheinbar so komfortable Vorsprung verspielt. Erste Nervosität auf TG Seite machte sich breit. In der Defensive stand man aber weiterhin gut. Aus dem Feld heraus hielt Nürtingens Verteidigung dicht. Doch leider hatte man in dieser Phase mit einigen Entscheidungen der beiden Unparteiischen Pech. Im Schlussviertel wurde häufig zu Ungunsten der Hölderlinstädter entschieden. Insgesamt dürften die Gäste dadurch zwanzig(!) Mal an die Linie, woraus sie 13 Punkte erzielten konnte. Das Spiel blieb damit offen. Durch wichtige Zähler von Sina Staib und Luise Büchele wurde die Führung bis in die Schlussminute weiterhin erfolgreich verteidigt, wenngleich Waiblingen 60 Sekunden vor Spielende von der Linie wieder auf Schlagdistanz verkürzte (63:61). Die Nerven waren nun bis zum Zerreißen gespannt. 25 Sekunden vor Spielende erzielte Emmi Müllerschön den im Endeffekt entscheidenden Treffer zum 65:61. Auch der letzte Korb des Spiels gehörte nochmals der Turngemeinde zum hart erkämpften 67:61 Erfolg.

„Wir mussten heute bis an unsere Grenzen gehen“, so eine sichtlich erschöpfte aber zufriedene Nora Müllner nach dem Spiel. Am kommenden Wochenende dürfen Nürtingens Damen nun zum Tabellenzweiten Villingen-Schwenningen reisen. In diesem Spiel sieht man sich als klarer Außenseiter.
Für TG Nürtingen gespielt haben:
Büchele(10), Diez(4), Fischer, D.(11), Fischer, K-T.(8), Mauthe, Müllerschön(4), Müllner(6), Richmuth(2), Salkowski, Staib(6), Wanzke(16).
jöf