Damen1: Endlich klappt es auch in der Fremde

Mit dem ersten Auswärtserfolg in der laufenden Saison haben Nürtingens Oberliga Damen am vergangenen Sonntag erste Zähler in der Fremde gesammelt. Beim bis in die Schlusssekunde spannenden und kampfbetonten 60:57 (12:16, 31:30, 49:45) Erfolg beim BV Villingen-Schwenningen hat die Turngemeinde damit in der Oberliga erstmals in dieser Saison ein positives Punktekonto.

Endlich klappte es auch mal in der Fremde. Mit 9 Spielerinnen und Trainer Jörg Fischer machte sich der Nürtinger Tross am vergangenen Sonntag in aller Frühe auf die lange Reise nach Villingen, um dort um 11:00 Uhr als Tabellendritter auf den bisherigen Tabellenzweiten BV Villingen-Schwenningen zu treffen. Ohne Sarah Wanzke und Sina Stab, dafür aber mit der nach wie vor angeschlagenen Luise Büchele im Kader.

Mit einer mutigen und ungewohnten Startaufstellung ging der Start zunächst einmal komplett in die Hosen. In den ersten 4 Spielminuten punkten fast ausschließlich die Gastgeber. Einzige Ausnahme war der zwischenzeitlichen 2:2 Ausgleich durch Lisa Reichmuth. Auf Seiten der Gastgeberinnen klappte hingegen erst einmal alles. Somit stand‘s schnell 2:9 gegen die TG.

„Bei Luise Büchele war unklar, ob sie überhaupt einsatzbereit war und die anderen Centerspielerinnen konnten unter der Woche kaum trainieren. Villingen begann aber auch ziemlich stark.“, begründete Fischer sein Experiment. In den Folgeminuten wurde es kaum besser. Die Gäste trafen trotz guter Wurfmöglichkeiten den Korb nicht. Dem BV hingegen gelang fast alles.
Erste Wechsel und eine deutlich engagiertere Verteidigung brachten nach einem 4:12 Rückstand eine erste Wende. Endlich wurden die freien Würfe im Korb versenkt. Reihum machten Daniela Fischer, Emmi Müllerschön, Kim Fischer und die besonders gut aufgelegte Thea Diez ihre ersten Punkte in diesem Spiel. Nach dem ersten Viertel sah das Resultat (12:16) deutlich freundlicher aus.
In den letzten Spielen ging es immer eng zu. Somit ließen sich die TG-Spielerinnen vom Rückstand nicht beirren. Wie sich im Spiel herausstellte waren die Gäste in der Tiefe insgesamt besser besetzt. Dies zeigt nicht zuletzt die Statistik. Während bei Villingen mit Anna Adams (19 Punkte), Anja Elbel (17 Punkte) und Felicia Kälble (8 Punkte) im Wesentlichen lediglich 3 Punktelieferantinnen zu gefallen wussten und der Rest der Mannschaft nahezu leer ausging, konnten sich auf Seiten Nürtingens mit Ausnahme von Kathrina Salkowski alle Spielerinnen in die Punkteliste eintragen. Dies bereits in der ersten Spielhälfte.

Die Neckarstädterinnen ließen sich somit nie abschütteln, wenngleich sie im ersten Viertel 19 Minuten und 58 Sekunden immer einem Rückstand hinterlaufen mussten. Mit einem Ballgewinn und die letzten Punkte quasi mit der Schlusssirene erkämpfte Daniela Fischer pünktlich zum Seitenwechsel den ersten Führungswechsel zum 31:30 für ihre Farben.

Den besseren Start ins dritte Viertel gelang den Gästen aus der Hölderlinstadt. Man wollte den schwachen Start ins Spiel nicht wiederholen. Vor allem Luise Büchele und Nora Müllner war dies anzumerken und sie konnten in der Offensive Zeichen setzen. Die Führung wurde dadurch leicht ausgebaut. Anschließend zeigten Villingens „große Drei“ ihr Können und waren zu diesem Zeitpunkt in der Lage Nürtinger Körbe mit Gegentreffern zu kontern. Doch weitere Punkte von Daniela Fischer nach Ballgewinnen sowie wichtige Zähler von Thea Diez nach Rebounds sorgten dafür, dass die knappe TG-Führung auch nach dem dritten Viertel Bestand hatte. Bei der 49:45 TG-Führung war natürlich weiterhin alles möglich für beide Teams.

Im letzten Viertel drehte die TG zunächst mächtig auf. Zähler von Kim Fischer und Luise Büchele bescherten eine 56:47 Vorsprung. Den höchsten Vorsprung des Spiels überhaupt. Doch 6 Punkte der Hausherrinnen in Folge änderten das Bild. Nun war wieder das große Zittern angesagt. „Big Points“ von Lisa Reichmuth zum 59:53 sorgten für Nervenberuhigung, doch 90 Sekunden vor Spielende sah man sich nach 2 Gegenkörben in Folge erneut unter Druck. Die Nerven waren nun zum Zerreißen gespannt. Zum Glück auch beim BV. Auf beiden Seiten wurde in der Verteidigung nun um jeden Zentimeter gekämpft. Ein Foul brachte Nora Müllner 90 Sekunden vor Spielende an die Linie, wovon sie aber nur den ersten Freiwurf zum 60:57 verwandeln konnten. Im Gegenzug verlor Villingen den Ball ohne das die TGN daraus Kapital schlagen konnte. Noch einmal kamen somit die Gastgeberinnen in Ballbesitz. Offensichtlich fehlte ihnen aber die Kraft für ein aller letztes Aufbäumen. Nach einem weiteren Ballgewinn spielten Müllner und Co. die letzten Sekunden des Spiels geduldig herunter. Die Gastgeberinnen verzichteten auf ein übliches „Stop-the-Clock“ Foul. Dann war es vorbei und die Hölderinstädter traten mit einem unerwarteten, aber wichtigen 60:57 Auswärtssieg im Gepäck die Rückreise an.

Für TG Nürtingen gespielt haben:
Büchele(12), Diez(11), Fischer, D.(2), Fischer, K-T.(5), Mauthe(3), Müllerschön(4), Müllner(7), Reichmuth(6), Salkowski.

jöf