Eine Halbzeit lang blamiert

Veröffentlicht von willi am

Am vergangenen Samstag blamierte sich die Oberligadamen der TG Nürtingen in eigener Halle eine Halbzeit lang gegen den TSV Malmsheim. Zur Pause lag man sogar im Rückstand. Nach einer deutlichen Leistungssteigerung im zweiten Abschnitt reichte es letztendlich zu einem 72:52 (12:15, 28:31, 54:41) Erfolg.

Das war nicht viel, was der letztjährige Tabellendritte in den ersten zwanzig Spielminuten den gut 40 Zuschauern in der Halle bot. Als haushoher Favorit ins Spiel gegangen ließen Nürtingens Damen zunächst alles vermissen, was in der Vorwoche zu einem deutlichen Sieg gegen Böblingen führte. Zwar musste der Trainer Sebastian Hilburger auf Sandra Stader und Alexandra Kaufmann verzichten, doch damit war der lasche Auftritt seiner „Fünf“ nicht erklärbar.

Die erste Halbzeit auf Nürtinger Seite war geprägt von Tempoarmut und durch langsames Umschalten in beide Richtungen. Auch mit dem Attackieren des gegnerischen Korbes hielt man sich lange zurück.

Die Gäste aus Malmsheim stehen in dieser Saison komplett im Umbruch und hatten zu Saisonbeginn 4 Abgänge zu verkraften. Zudem konnte Malmsheim die Reise an den Neckar nicht in Bestbesetzung antreten und musste auf wichtige Stützen verzichten. Umso erstaunlicher dann ihre forsche Spielweise in der Nürtinger Hölderlinsporthalle im ersten Viertel. Sie zeigten sich sehr ambitioniert und gewannen das erste Viertel folgerichtig mit 15:12 Punkten. Begünstigt wurde ihr gutes erstes Viertel aber auch durch den apathischen Auftritt ihres Kontrahenten.

In den ersten Minuten des zweiten Viertels wurde es auf TG Seiten erst einmal nicht besser. Selbst angesichts des Rückstands schaffte es man nicht, ein paar Gänge höher zu schalten. Zwischen der 7.ten und 14.ten Spielminute brachte man so lediglich 4 Punkte zustande. Die Gäste machte es zählbar besser und erzielten in derselben Phase 15 Punkte. Folgerichtig führten sie damit zwischenzeitlich mit 22:14 Punkten.

Erst danach kamen die Hölderinstädterinnen in Person von Nora Müllner und Daniela Fischer etwas besser ins Spiel. Mit einem ersten Lauf brachten sie ihre Farben wieder auf 22:22 heran, doch die Mannschaft präsentierte sich weiterhin inhomogen. Man schaffte es selbst danach nicht den Schalter umzulegen. Weder in der Offensive und schon gar nicht in der Defensive.

Beim Seitenwechsel führten die Gäste vollkommen überraschend, aber zugleich absolut verdient mit 31:28 Punkten.

In der Halbzeitpause setzte es offensichtlich eine saftige Ansprache, denn in der zweiten Spielhälfte sah man auf Seiten der Neckarstädterinnen eine deutlich verbesserte Körpersprache. Klar, man hatte auch einiges gut zu machen, und letztendlich wollte man in diesem Spiel nicht als Verlierer vom Parkett ziehen. Zunächst war es Luise Büchele, welche ihre Qualitäten zeigen konnte. Immer wieder zog sie erfolgreich zum Korb und brachte ihre Mannschaft mit 37:34 Punkten erstmals seit dem ersten Viertel wieder in Führung. Aber auch die anderen Spielerinnen zogen nun mit. Dies war nicht zuletzt in einer deutlich verbesserten Verteidigungsarbeit zu erkennen. „Ohne die notwendige Motivation ist selbst so ein Spiel nicht zu gewinnen. Wir haben uns im ersten Abschnitt einfach nicht gut verhalten.“, so Hilburger erleichtert nach dem Spiel. Endlich zeigten seine Schützlinge den Einsatz, welcher diese Mannschaft in der letzten Saison von Erfolg zu Erfolg eilen ließ. Durch eine deutlich intensivere Verteidigung brachte man die Gäste immer häufiger in Schwierigkeiten und erkämpfte sich so zahlreiche Ballgewinne. Daraus resultierte ein 15:0 „Run“ und binnen 4 Spielminuten wurde ein bereits vorentscheidender 54:38 Vorsprung erkämpft. „In dieser Spielabschnitt hat man den wahren Leistungsunterschied beider Mannschaften zu sehen bekommen.“, so Hilburger weiter. Die letzten Punkte des Viertels gehörten zwar nochmals dem TSV doch dies änderte an der deutlichen 54:41 TG-Führung zum Viertelende wenig.

Im Schlussviertel blieben die Hausherrinnen weiter am Drücker. Nun wollte man sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lassen. Der Vorsprung wurde weiter ausgebaut. Zwei Minuten vor Spielende war bei einem 72:50 Zwischenstand die höchste Führung des Spiels erzielt. In den letzten Spielminuten ließ man das Spiel austrudeln. Am Ende gewann man gegen eine neuformierte Malmsheim Mannschaft standesgemäß mit 72:52 Punkten. Im zweiten Spielabschnitt konnte man sich zwar für den schwachen Auftritt in Spielhälfte eins rehabilitieren, doch große Freude im Lager der Turngemeinde wollte dennoch nicht aufkommen. Am kommenden Samstag treffen Nürtingens Damen in einem weiteren Heimspiel auf den starken Aufsteiger aus Tübingen. Dort wird eine deutliche Leistungssteigerung notwendig sein, um in diesem Spiel eine Chance auf den Sieg zu haben.

Für TG Nürtingen gespielt haben:
Büchele(14), Fischer, D.(13), Fischer, K-T, Mauthe, Müllerschön(8), Müllner(10), Reichmuth(11), Salkowski(4), Staib(4), Wanzke(8).

jöf

Kategorien: Damen1