Damen: Paradoxes Spiel – Experiment ging schief

Veröffentlicht von Martin Unterseher am

Wie schon im Hinspiel gewannen Nürtingens Oberligadamen gegen den Tabellenvorletzten BG Tamm/Bietigheim in eigener Halle erst aufgrund eines guten letzten Viertels mit 65:53 Punkten. Dabei spielten die Schützlinge von Trainer Jörg Fischer während der gesamten Partie zwar dominant, aber die vielen Abschlüsse fanden nur selten das Ziel.

Vor der Begegnung gab der Trainer ein hohes und ambitioniertes Ziel aus. Man wollte endlich einmal ein dreistelliges Ergebnis schaffen. „Gemessen an diesem Ziel sind wir auf ganzer Linie gescheitert. Wir haben mir viel Risiko gespielt. Wir sind über lange Strecken hohes Tempo gegangen, haben schnelle Abschlüsse gesucht, jedoch mit sehr wenig Ertrag“, so der Trainer über die taktische Spielausrichtung. 

Der Spielverlauf war zunächst sehr paradox. Von Beginn an hatten die Hölderinstädterinnen gegen tief verteidigende Gäste Chance um Chance, Rebound um Rebound und Ballgewinn um Ballgewinn. Aber die Punkte machten zunächst überwiegend die Spielerinnen der Basketballgemeinschaft. In den ersten 5 Spielminuten trafen die TGNlerinnen lediglich zweimal den Korb und man sah sich mit einem 10:4 Rückstand konfrontiert. Dies obwohl sich die TG-Korbjägerinnen fast doppelt so viele Abschlüsse erspielten, als eben der Kontrahent. „Offensichtlich sind wir es nicht gewohnt so schnell einen Abschluss zu suchen. Vom Stil her haben wir mit dem Tempo und Risiko gespielt, wie man es eine Liga höher in der Regionalliga tun müsste“, so eine weitere Erklärung des Trainers. Mit dem ersten „Fünferwechsel“ wurde es besser. Der zweite Block war sofort auf Betriebstemperatur und erspielte sich bis Viertelende eine 17:16 Führung. 

Auch im zweiten Viertel änderte sich an den Spielausrichtungen beider Mannschaften nichts. Die Hausherrinnen suchten weiterhin schnelle Abschlüsse und ballerten nach wie vor aus allen Rohren, aber auch in diesem Viertel verfehlten viele Würfe das Ziel. Zudem wurden Bälle nach Ballgewinnen zu überhastet weggeworfen. „Wir mussten offensichtlich unserem eigenen Tempo Tribut zollen und waren dadurch häufig zu unpräzise. In einer Phase mit 5 Ballgewinnen haben wir es beispielsweise nicht geschafft zu punkten“, ein weiterer Kommentar des Trainers. So war es dann zwar überraschend, aber keinesfalls verwunderlich, dass der Tabellendritte zum Seitenwechsel mit einem 29:30 Rückstand in die Kabinen musste.

Für die zweite Spielhälfte hatten sich die Neckarstädterinnen vorgenommen das Spiel schnell in trockene Tücher zu bringen zu. Ohne jedoch an der taktischen Ausrichtung etwas ändern zu wollen. Doch den deutlich besseren Start erwischte Tamm. Anstatt Wende und Vorsprung lief man so erst einmal einem wachsenden Rückstand (29:36) hinterher. Jetzt war es auf Nürtinger Seite an der Zeit auf die Situation zu reagieren. Man wollte den Sieg schließlich nicht gefährden und so musste das Experiment beendet werden. Mit neuem Personal und neuer Ausrichtung startete man also „neu“ in dieses Spiel. Den Auftakt zur Aufholjagd machte Emmi Müllerschön mit zwei erfolgreichen „Dreiern“ gefolgt von Punkten durch Sandra Stadter und Kim-Tara Fischer. Bei Viertelende lag man nur noch knapp mit 42:43 Punkten im Rückstand.

Im Schlussabschnitt knüpften die TG-Akteurinnen nahtlos an die gute Schlussphase des dritten Viertels an. Vor allem Kim-Tara Fischer drehte nun mächtig auf und erzielte in diesem Abschnitt 12 ihrer 20 Punkte. Weiterhin unterstützt von Emmi Müllerschön, die in dieser Phase ihren dritten Dreier besteuerte. Und endlich reihten sich auch andere Spielerinnen in die Liste erfolgreicher Schützinnen mit ein. Dadurch holte man sich schnell die Führung zurück. Ein 15:0 Lauf zwischen der 35.ten und 39.ten Spielminute brachte anschließend die erste zweistellige Führung und die Vorentscheidung. Am Ende gewann der Favorit doch noch deutlich mit 65:53 Punkten. Mit diesem Sieg bleiben Nürtingens Damen auch im siebten Spiel hintereinander erfolgreich und haben damit den dritten Tabellenplatz endgültig gesichert. „Das Experiment ging zwar schief, aber die Zuschauer haben ein sehr interessantes und abwechslungsreiches Spiel gesehen“, zeigte sich der Trainer am Ende dennoch zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft.

Für TG Nürtingen gespielt haben:

Büchele(5), Fischer, D.(6), Fischer, K-T.(20), Mauthe, Müllerschön(13), Müllner, Reichmuth(2), Salkowski(1), Stadter(11), Staib(2), Wanzke(6)

jöf

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