Der Traum vom Double lebt weiter

Veröffentlicht von Martin Unterseher am

Die Landesliga-Basketballer aus Nürtingen stehen nach dem Aufstieg in die Oberliga nun auch im Pokalfinale. In einem spannenden Halbfinale setzte sich die TG mit 85:76 in Kupferzell durch und träumt weiter davon, die Saison mit einem Pokalsieg zu krönen.

Am Sonntagnachmittag mussten die Landesliga-Aufsteiger der Turngemeinde die lange Auswärtsfahrt nach Kupferzell antreten. Die Liga ist für die Mannschaft von Trainer Daniel Weingarten bereits beendet, es stand das Halbfinalspiel des Bezirkspokals an. In der fünften Pokalrunde traf man dabei mit dem TSV Kupferzell auf alte Bekannte. Bereits in der Landesliga lieferten sich beide Teams in dieser Saison zwei enge Duelle, jedes Mal mit dem besseren Ausgang für die TG. „Kupferzell erwarten wir heute extra motiviert. Uns das Double zu vermasseln ist sicher ein Ziel der Jungs. Wir sind gewarnt und hoffen, auch das vierte Spiel in Folge gegen Kupferzell gewinnen zu können“ so Trainer Daniel Weingarten vor Spielbeginn.

Seine Truppe erwischte dann auch direkt den besseren Start und zog schnell auf 7:2 davon (3. Minute).  Fortan sollte sich das erwartete Duell zweier Mannschaften auf Augenhöhe entwickeln. Beide Mannschaften schenkten sich von Beginn an nichts und es war deutlich zu spüren, dass keines der beiden Teams im Pokal ausscheiden wollte. Ein Dreier von Akant Sengül zum Ende des ersten Viertels brachte den Landesliga-Meister knapp mit 24:21 in Führung.

Auch im zweiten Spielabschnitt sollte sich zunächst wenig ändern. Das Spiel blieb eng und weiterhin von beiden Mannschaften hart umkämpft. Bei den Gastgebern war er nun vor allem David Hägele der mit elf Punkten im zweiten Viertel seine Mannschaft fast alleine im Spiel hielt. Auf Seite der Nürtinger ging die Disziplin in dieser Phase ein wenig flöten. Konsequenz war lediglich eine knappe 46:44-Halbzeitführung der Hölderlinstädter. Trainer Weingarten analysierte nach Spielende kritisch: „Wir haben uns in dieser Phase im Angriff zu oft für die egoistische Option entschieden. Der Ball wurde kaum noch bewegt, der Extrapass auf den freien Mitspieler wurde oftmals verweigert. Wir könnten und müssten hier eigentlich schon höher führen. Wir wissen, dass Kupferzell keinen so tiefen Kader hat wie wir und in Probleme kommt, wenn sie viel wechseln müssen. Dafür müssen wir aber den Ball bewegen, ihnen Fouls anhängen. Dass muss jetzt für die zweite Halbzeit der Plan sein“. 

Es kam jedoch anders: Die Hausherren aus Kupferzell kamen wesentlich motivierter aus der Kabine und wollte sich offensichtlich für die Niederlagen in den vergangenen Duellen revanchieren. Die Nürtinger wurden regelrecht überrannt und schnell sah sich die Weingarten-Truppe mit einem Rückstand konfrontiert (50:59, 27.Minute). Bis zum Ende des Viertels konnte sich die TG nochmals ein wenig herankämpfen, der Rückstand betrug dennoch 59:64 für die TG. 

„Der Vorteil lag vor dem letzten Viertel ganz klar bei Kupferzell. Bis dahin haben sie wirklich ein klasse Spiel geliefert. Wir haben es dann aber zum Glück geschafft im letzten Viertel den Schalter umzulegen und wieder zu dominieren“ fasste Weingarten zusammen. Insbesondere Veteran Willi Schweinfort zeigte seine Klasse und stemmte sich nun gegen die Niederlage. Alle elf Punkte die er an diesem Tag erzielte, versenkte er innerhalb von nur fünf Minuten. Mit seinem vielleicht wichtigsten Wurf egalisierte er in der 33. Minute den Vorsprung der Gastgeber und glich das Spiel beim Stand von 66:66 wieder aus. Es entwickelte sich der erwartete Krimi. Kupferzell ließ nun etliche Punkte an der Freiwurflinie liegen und konnte nur sechs von elf Versuchen verwandeln. Auch den TG-Akteuren war die Spannung anzumerken, gerade einmal neun von 18 Freiwurfversuchen fanden im letzten Viertel das Ziel. Vor allem dem an diesem Abend überragenden Yannick Abele und Akant Sengül war es nun zu verdanken, dass die Nürtinger sich in der Folge auf 79:72 absetzten (37. Minute). Diesen Vorsprung sollten die Gäste nicht mehr hergeben und so setzte sich die Weingarten-Truppe erneut nur knapp, aber verdient mit 85:76 durch.

Willi Schweinfort zeigte sich nach Abpfiff zufrieden: „Am Ende waren wir sicherlich das etwas abgezocktere Team. Entscheidend heute war die Leistungssteigerung im letzten Viertel. Bei einem Rückstand vor dem vierten Viertel die letzten zehn Minuten dann mit 26:12 zu gewinnen ist stark. Man hat beiden Mannschaften angemerkt, dass es heute um viel ging und jeder auf dem Platz unbedingt gewinnen wollte. Gratulation an Kupferzell zu einer starken Saison und einem guten Auftritt heute. Wir wollen jetzt natürlich die Saison krönen und das Double aus Meisterschaft und Pokal holen“.

Am 25.05.2019 spielt die TG Nürtingen dann das Pokalfinale in Stuttgart. Der Gegner wird in einem zweiten Halbfinale erst noch ermittelt.

Für Nürtingen spielten:

Abele (21 Punkte), Fischer (6), Kiriakidis (3), Müllerschön, Schach (7), Schweinfort (11), E. Sengül, A. Sengül (17), Tussetschläger (14), Unterseher (6), Wörner

hintere Reihe, v.l.n.r.: Yannick Abele, Chris Wörner, Johannes Schach, Elias Tussetschläger, Eren Sengül, Akant Sengül, Willi Schweinfort, Trainer Daniel Weingarten
vordere Reihe, v.l.n.r.: Lennart Müllerschön, Kilian Fischer, Charalampos Kiriakidis, Martin Unterseher