Am vergangenen Samstag gewannen Nürtingens Oberligadamen ihr Auswärtsspiel bei Hellas Esslingen hauchdünn mit 74:71 (35:42) Punkten. Gegen starke Esslinger sah es dabei allerdings lange Zeit nach der ersten Niederlage aus. Erst in einer dramatischen Schlussphase setzten sich der Tabellenführer durch und verteidigt damit die Tabellenspitze.

Die gastgebenden Esslingerinnen erwiesen sich als der erwartet harte Brocken. Die Nürtingerinnen begannen in der Offensive zwar gut, zeigten sich im ersten Viertel treffsicher und erzielten in diesem Abschnitt insgesamt 24 Punkte. Doch beim Umschalten von Angriff in die Verteidigung offenbarten sie einige Schwächen. Somit hatten sie große Mühe gegnerische Körbe zu unterbinden und musste selbst 24 Punkte einstecken. Damit war das Spiel nach dem ersten Viertel (24:24) ausgeglichen.

Im zweiten Viertel übernahmen die Hellen eindeutig das Kommando und setzten sich schnell in Front. Zwar zeigten sich die Hölderlinstädter defensiv präsenter, doch gegen gut verteidigende Hellenen geriet nun das eigene Offensivspiel ins Stocken. „Wir haben im zweiten Viertel einfach alles einen Schritt langsamer gemacht als unser Kontrahent. Damit konnten wir uns kaum freie Würfe erspielen. Esslinger war defensiv bisher die mit Abstand stärkste Mannschaft, gegen die wir in dieser Saison gespielt haben“, zeigte sich Trainer Fischer unzufrieden mit dem Auftritt seiner Spielerinnen in Viertel zwei. Einzig das Reboundverhalten dürfte ihm in diesem Abschnitt gefallen haben, denn nach Fehlwürfen konnten sich die TGNlerinnen immer wieder zweite Wurfmöglichkeiten erkämpfen. Somit konnte man zur großen Pause einen 42:35 Rückstand zwar nicht verhindern, doch man blieb immerhin noch in Reichweite. Beim Seitenwechsel war man sich im Nürtinger Lager einig, dass es hätte schlimmer kommen können, aber man im zweiten Abschnitt alles schneller machen muss.

Mit dieser neuen Einstellung kam der Tabellenführer gut ins zweite Viertel. Vier schnelle Punkten von Emmi Müllerschön eröffneten eine erste Nürtinger Aufholjagd. Es hätte noch besser kommen können, doch zwei weitere einfache Abschlüsse wurden leichtfertig vergeben. Damit war das erste Nürtinger Anrennen aber erst einmal gestoppt und im folgende entwickelte sich das Spiel zu einem offenen Schlagabtausch. Es fielen nun mit großer Regelmäßigkeit abwechselnd Punkten auf beiden Seiten. Den Gastgeberinnen war anzumerken, dass sie an diesem Tag mit aller Macht als Sieger die Halle verlassen wollten. Doch die TG „Fünf“ ließen sich selbst von einem ersten 10-Punkte Rückstand nicht beirren, und glaubten immer an die eigenen Chancen auf einen Auswärtssieg. So eben auch bei einem 48:56 Rückstand zum Ende des dritten Viertels.

Mut aus TG-Sicht machte die Startphase ins abschließende Viertel, als Lisa Reichmuth, Daniela Fischer und Luise Büchele schnell 10 Punkte erzielten und ihre Farben fünf Minuten vor Spielende wieder auf 4 Punkte (58:62) heranbrachten.

Dieser Anschluss zeigte bei den Gastgeberinnen offensichtlich Wirkung. Plötzlich wirkten sie nervös und machten viele Fehler. „Wir haben in der Schlussphase defensiv alles in die Waagschale geworfen und Fehler beim Gegner erzwungen“, so ein weiterer Kommentar des Trainers.

In den Schlussminuten hatten die Esslingerinnen dadurch große Mühe Struktur ins eigene Angriffsspielt zu bekommen und verstrickten sich zunehmend in Einzelaktionen. Die TGNlerinnen hingegen spielte nun die eigenen Angriffe konzentriert und geduldig aus und fanden immer wieder einen freien Wurf. Eine Minute vor Spielende hatte man allerdings auch das Glück des Tüchtigen. Ein Dreier mit Brett durch Daniela Fischer brachte die Wende (71:69) und die erste Führung nach über 25 Minuten Spielzeit. Zwar versuchten die Hellenen postwenden sich die Führung zurückzuholen, doch nun fanden sie gegen die Nürtinger Defensive kein Durchkommen mehr. Erst 6 Sekunden vor Spielende landeten sie einen weiteren Treffer, doch damit konnten sie lediglich den 73:71 Anschluss erzielen. Ein letztes „Stop-the-Clock“ Foul eine Sekunde vor Spielende brachte die Gäste nochmals an die Linie. Daniela Fischer erzielte darauf den letzten Punkt zum am Ende glücklichen, aber umjubelten 74:71 Sieg.

Für TG Nürtingen gespielt haben:

Büchele(14), Fischer, D.(18), Fischer, K-T.(4), Kaufmann(4), Müllerschön(4), Müllner(6), Reichmuth(7), Salkowski, Wanzke(17).

jöf

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