Mit einem in Endeffekt deutlichen und erwarteten 78:57(43:30) Erfolg im Gepäck sind Nürtingens Oberligadamen am vergangenen Sonntag aus Ulm zurückgekehrt. Doch hatte man mit den frisch und munter aufspielenden Gastgeberinnen BBU 01 Ulm II zunächst mehr Mühe als erwartet. 

Vor allem in der Anfangsphase fühlten sich die Gäste als wären sie im falschen Film. Die BBU-Damen starteten mit viel Schwung und hohem Tempo. Noch ehe man sich auf Nürtinger Seite richtig schütteln konnte lag man nach 5 Spielminuten bereits mit 17:4 Punkte im Hintertreffen. Ohne die abwesende Sarah Wanzke musste Jörg Fischer die Startformation umbauen und setzte zunächst einmal auf eine körperlich kleine Formation. Allerdings ohne einen etatmäßigen Aufbau auf dem Feld. Dieses Experiment ging komplett in die Hose. „Mit Sarah Wanzke fehlte uns einfach eine enorm wichtige Spielerin auf der Aufbauposition. Da Nora Müllern aktuell keine 40 Minuten gehen kann, mussten wir einfach experimentieren. Zu Beginn überwog leider das Chaos in unserem Spiel. Aber wir haben auch nicht gekämpft.“ so Fischer nach dem Spiel.

Entgegen der Meinung vieler, ist Basketball keineswegs mehr ein körperloser Sport. So war man nach dem misslungenen Start froh, erstmals in der jungen Saison, auf die Leistungsträgerinnen Sandra Stader, Luise Büchele und Lisa Reichmuth zurückgreifen zu können. 

Mit der Einwechselung von Stader und Müllner kam mehr „Körperlichkeit“ und Struktur aufs Feld. Als Minuten später auch noch Luise Büchele eingewechselt wurde, hatte die Turngemeinde ein deutliches Übergewicht und die Schlussminuten des ersten Viertels gehörten ausschließlich den Gästen. Bis Viertelende brachten sie sich durch einen 12:0 „Run“ auf 2 Punkte (19:17) heran.

Im zweiten Viertel blieb der Favorit aus der Neckarstadt weiterhin am Drücker und es dauerte nicht lange bis zum ersten Führungswechsel. Die Hausherrinnen fanden nun kaum noch ein Durchkommen und auch bei den Rebounds hatten sie, im Gegensatz zur Startphase, häufig das Nachsehen. Zur großen Pause lag der Favorit bei einer 43:30 Führung wieder voll im Soll.

Im dritten Viertel blieben die Korbjägerinnen aus der Hölderlinstadt dominant und vergrößerten den Vorsprung kontinuierlich auf über 20 Punkte. Die Münsterstädterinnen zeigten sich in den Folgeminuten vom wachsenden Rückstand jedoch unbeeindruckt. Moral und Einsatz stimmte nach wie vor. Zudem ließen sie immer wieder das eigene Talent aufblitzen. Trotz allem konnten sie einen 59:39 Rückstand vor dem abschließenden Viertel nicht verhindern.

Das Spiel war damit im Grunde gelaufen, wenngleich die Hausherrinnen zu Beginn des Schlussabschnitts eine gute Phase zur Verkürzung des Rückstandes nutzen konnten. 

Doch die, vor allem im zweiten Spielabschnitt, sehr treffsichere Daniela Fischer sorgte mit einigen erfolgreichen Würfen aus der Ferne wieder für klare Verhältnisse. Am Ende gewann die Turngemeinde nach einer, mit Ausnahme der Startphase, insgesamt souveränen Vorstellung dieses Auswärtsspiel mit 78:57 Punkten und blieb damit auch im dritten Saisonspiel siegreich. Über den aktuellen Leistungsstand der Fischer-Truppe gab aber auch dieses Spiel nur bedingt Auskunft. Im Saisonverlauf hatte man es bisher eher mit Mannschaften aus dem hinteren Bereich der Tabelle zu tun. Ab dem kommenden Sonntag geht es dann Schlag auf Schlag, wenn es Nacheinander gegen die vermeintlichen Topmannschaften der Liga geht. Spätestens danach weiß man wo man steht.

Für TG Nürtingen gespielt haben:

Büchele(12), Eckstein(2), Fischer, D.(19), Fischer, K-T.(8), Kaufmann(2), Müllner(6), Reichmuth, Müllerschön(8), Salkowski(6), Stader(15).

jöf

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