Am vergangenen Samstag empfingen Nürtingens Oberligadamen den Tabellenzweiten PKF Titans TuS Stuttgart. In einem Spiel mit zwei komplett unterschiedlichen Halbzeiten gewannen die Gastgeberinnen mühevoll und Dank eines Endspurts mit 59:55 (26:33) Punkten und kehrten damit wieder zurück in die Erfolgsspur.

Die schlechte Nachricht erreichte den Trainer schon Stunden vor Spielbeginn, als sich Nora Müllner krank abmeldete und somit erneut nicht zur Verfügung stand. Immerhin kehrten mit Sarah Wanzke und Alexandra Kaufmann 2 wichtige Spielerinnen zurück. Somit konnte man dennoch mit einem tief besetzen Kader in die Mission „Wiedergutmachung“ gehen. 

Allerdings war von Wiedergutmachung im ersten Viertel kaum etwas zu spüren. Offensichtlich saß der Stachel nach der hohen Heimspielniederlage gegen den MTV Stuttgart noch tief. Eventuell war man aber auch noch geplättet vom gerade zu Ende gegangen dramatischen Derbysieg der Oberligaherren im Spiel zuvor. Auf TG-Seite wollte in der Offensive zunächst nicht viel zusammenlaufen. Gegen tief verteidigende Stuttgarterinnen offenbarte man ungewohnte Schwächen. Sicherlich musste man sich aber auch den Vorwurf mangelnder Laufbereitschaft gefallen lassen. Und wenn in der Offensive nicht alles rund läuft, so rückt die Defensivarbeit stärker in den Vordergrund. Aber auch hier zeigte man immer wieder Nachlässigkeiten und ermöglichte dem Kontrahenten Körbe, welche mit dem notwendigen Einsatz zu verhindern gewesen wären. Nach dem ersten Viertel sah sich die Fischer „Fünf“ folgerichtig mit einem Rückstand (13:17) konfrontiert.

Auch das zweite Viertel brachte wenig Besserung. Die Titans aus Stuttgart blieben weiterhin die tonangebende Mannschaft und hatten nach wie vor mehr vom Spiel. „In der ersten Halbzeit hatten die Stuttgarterinnen einfach mehr Biss als wir. Vor allem unsere jungen Spielerinnen habe ich schon besser und schneller gesehen. Wir haben uns insgesamt einfach schlecht bewegt“, bemängelte der Trainer den Auftritt seiner Mannschaft. Der Rückstand vergrößerte sich kontinuierlich. Mitte des zweiten Abschnitts führten die Gäste erstmals zweistellig in dieser Partie und Erinnerung an die Niederlage binnen Wochenfrist wurden allgegenwärtig. Doch so ganz kampflos wollten sich die Hölderlinstädterinnen dann doch nicht geschlagen geben und wurden angesichts des wachsenden Rückstands nun bissiger und zielstrebiger in den eigenen Aktionen. Zur großen Pause lag man zwar weiterhin im Hintertreffen (26:33), brachte sich aber wenigstens wieder in den psychologisch so wichtigen einstelligen Bereich. Bei der Pausenansprache beschwor man sich daraufhin, mehr Kampf und Energie ins Spiel zu bringen. Allen war klar, dass man mit der gezeigten Leistung in der ersten Spielhälfte mit einem blauen Auge davongekommen war und es hätte schlimmer kommen können.

Im dritten Viertel kamen die Nürtingerinnen mit einer deutlich verbesserten Körpersprache zurück aufs Spielfeld. Angeführt von Luise Büchele und Sandra Stader hatte man nun endlich den Kampf angenommen. Dies zeigte sich vor allem in der Defensivarbeit. Im Kollektiv machte man nun Zone dicht und ermöglichte den Gästen kaum noch einfache Wurfmöglichkeiten. Offensiv lief zwar weiterhin nicht alles rund, doch immer wieder ließen die Neckarstädterinnen ihr Können aufblitzen. Die ersten 4 Punkte des dritten Viertel gingen zunächst noch einmal aufs Gästekonto, doch dann war es mit der Stuttgart Herrlichkeit erst einmal vorbei. Die Turngemeinde übernahm nun die Spielkontrolle und ließ bis Viertelende lediglich noch 6 weitere Punkte zu. Auch in der Offensive war die größere Entschlossenheit spürbar und mündete häufiger in erfolgreiche Abschlüsse. Bis Viertelende (42:43) hatte man dadurch den zwischenzeitlich auf 11 Punkte angewachsenen Rückstand fast egalisiert.

Im Schlussabschnitt blieb das Spiel weiterhin auf des Messers Schneide. Zunächst schaffte die TG-Truppe die Wende und erkämpfte sich erstmals seit langer Zeit die Führung zurück. Fortan fielen die Punkte abwechselnd auf beiden Seiten. Keine Mannschaft konnte sich absetzen. Die Partie blieb bis in die Schlussminuten offen und spannend. Aber eben mit dem besseren Ende für die Gastgeberinnen. Gerade in der Crunchtime zeigten sie dabei die beste Leistung und siegten letztendlich gegen den starken Aufsteiger TuS Stuttgart knapp mit 59:55 Punkten. Glücklich über den Erfolg, aber kritisch mit der eigenen Leistung in der ersten Spielhälfte, sah man dennoch zufriedene Gesichter auf Seiten des Gastgebers.

Für TG Nürtingen gespielt haben:

Büchele(10), Fischer, D.(9), Fischer, K-T.(6), Kimmich(2), Kaufmann(2), Müllerschön(6), Pietzsch(2), Reichmuth(2), Salkowski(4), Stader(12), Wanzke(4).

jöf

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