Mit einem hart erarbeiteten 73:63 (30:28) Erfolg sind Nürtingens Oberligadamen in die Rückrunde gestartet. Die abstiegsgefährdeten Tabellenelften der TV Konstanz leistete in diesem Spiel allerdings viel mehr Gegenwehr als erwartet und schnupperten lange Zeit an einer Überraschung.

Zahlen sagen manchmal mehr aus als Worte und verdeutlichen in diesem Fall wie knapp die Konstanzerinnen einerseits an einem möglichen Erfolg vorbeigeschrammt sind. Aber andererseits wie offen der Ausgang des Spiels war. Denn insgesamt lagen die TVlerinnen knapp 27 Spielminuten in Führung, die Hausherrinnen aus der Hölderlinstadt führten entsprechend lediglich 13 Spielminuten. Nicht weniger als 13 Führungswechsel verdeutlichen zudem, dass es in einer wilden Partie hin und her ging mit Führungswechsel teilweise im Minutentakt. Dabei lief die Turngemeinde bis zur 16.ten Spielminute kontinuierlich einem Rückstand hinterher.

Doch der Reihe nach. Grundsätzlich hatten sich die Schützlinge von Trainer Jörg Fischer diese Aufgabe erheblich einfacher vorgestellt. Das Hinspiel wurde deutlich mit über 20 Punkten Vorsprung gewonnen. Zudem reisten die Gäste stark ersatzgeschwächt nach Nürtingen und hatten lediglich 7 Spielerinnen an Bord. Zwar musste Fischer auch einige wichtige Spielerinnen ersetzen, doch die Kadergröße ist seit Saisonstart durch einen Neuzugang und Spielerinnen aus dem eigenen Nachwuchs kontinuierlich gewachsen. Mit 11 Spielerinnen war die Nürtinger Bank trotz der Ausfälle gut bestückt. Umso erstaunter war man auf TG-Seiten deshalb vom forschen Auftritt des Tabellenelften. Vor allem im ersten Viertel. Aufgrund der zahlenmäßigen Überlegenheit im Hinblick auf die Kadergröße versuchten es die Neckarstädterinnen mit hohem Tempo und schnellen Abschlüssen. Das Ziel war die Gäste müde zu spielen. Allerdings fehlte vor allem bei den Würfen zunächst die Präzision. Kaum ein Ball landete im Korb. Ein zweites und weitaus größeres Manko war beim Reboundverhalten auszumachen. „Wenn man nicht trifft, dann muss man wenigstens um die Rebounds kämpfen. Sonst bekommst du kontinuierlich Fastbreaks um die Ohren gehauen“, so Fischer nach dem Spiel. In der Tat landeten vor allem im ersten Viertel sämtliche „Abpraller“ beim Gegner. Diese wussten die Ballgewinne zu nutzen und brachten die Turngemeinde durch schnelles Umschalten immer wieder in Verlegenheit. Zum Viertelende führten sie folglich mit 21:16 Punkten.

Trotzdem hielt der Nürtinger Trainer im weiteren Verlauf nach wie vor an der taktischen Marschroute fest, im Angriff auf schnelle Abschlüsse zu setzen. Auch im zweiten Abschnitt hatte man weiterhin viele freie Würfe, allerdings ließ die Trefferquote nach wie vor zu wünschen übrig. Immerhin hatten seine Schützlinge nun akzeptiert, dass man den TV Konstanz nicht ohne den notwendigen Einsatz in die Schranken wird weisen können. In erster Linie hatten sie nach Fehlwürfen endlich den Kampf um die Rebounds angenommen. Und endlich holten sie sich immer wieder wichtige zweite Wurfchancen. In der Analyse wurde dies als Schlüssel zu einem ersten Führungswechsel ausgemacht. Zur großen Pause führte der Favorit letztendlich knapp mit 30:28 Punkten.

Hatten die Gastgeberinnen gehofft, die Korbjägerinnen vom Bodensee wurde sich in der zweiten Spielhälfte hängen lassen, wurden sie eines Besseren belehrt. Die TVlerinnen kämpften weiter und bleiben im Spiel. Insgesamt 8 Führungswechsel verdeutlichen die Ausgeglichenheit des dritten Viertels mit einer zum Viertelende hauchdünnen Nürtinger 42:41 Führung.

Ebenso eng und abwechslungsreich verliefen die ersten sieben Minuten des abschließenden und entscheidenden Viertels. Keine Mannschaft konnte sich absetzen. Es folgten vier weitere Führungswechsel. Drei Minuten vor dem Ende gingen die Tabellenzweiten durch Kim-Tara Fischer erneut in Führung. Doch im Gegensatz zu den Vorminuten folgten nun einige wichtige „Stops“. Da man im Gegenzug jeweils den Ball im Korb versenkte, brachten man sich zwei Zeigerumdrehung vor Spielende mit 7 Punkte in Führung. Es war die bis dahin höchste TG-Führung des Spiels. Wenngleich sich die aufopferungsvoll kämpfenden Gäste immer noch nicht geschlagen gaben und die letzten Kräfte mobilisierten, war damit eine Vorentscheidung gefallen. Sie versuchten mit „Stop-the-Clock“ Fouls immer wieder in den Angriff zu kommen. Allerdings immer auf Kosten von Freiwürfen. Somit gingen Nürtinger Spielerinnen in den letzten 120 Sekunden insgesamt 18 an die Linie, wovon gute 13 Freiwürfe verwandelte wurden. Damit hatte man am Ende das letzte Konstanzer aufbäumen erfolgreich abgewendet und sicherte sich mit dem 73:63 Erfolg den elften Saisonsieg.

Für TG Nürtingen gespielt haben:

Eckstein(2), Fischer, D.(14), Fischer, K-T.(16), Jugo, Kimmich(2), Müllerschön(10), Pietzsch, Reichmuth(4), Salkowski(2), Stader(14). Wanzke(9).

jöf

Kategorien: Damen1