Erstmals seit drei Jahren konnten Nürtingens Oberligadamen beim TV Derendingen wieder mit einem Sieg die Halle verlassen. Beim deutlichen 71:47 (38:26) Erfolg glänzten sie phasenweise mit schnellem Kombinationsspiel.

Nachdem die Turngemeindlerinnen in den letzten beiden Spielzeiten beim TV Derendingen jeweils knappe Niederlagen hinnehmen mussten, war die Motivation groß, diese kleine Negativserie zu stoppen. Zwar musste man kurzfristig auf wichtige Spielerinnen verzichten, dennoch war diese Motivation den Nürtingerinnen schon beim Einlaufen anzumerken. Und auch nach dem ersten Sprungball.

Mit viel Wille und Energie startete man in dieses Spiel. Vor allem defensiv. Die jeweils ballführende Spielerin wurde frühzeitig unter Druck gesetzt, was zu Ballgewinnen und häufig zu einfachen Abschlüssen führte. Doch gute Möglichkeiten müssen nicht zwangsläufig zu Zählbarem führen. So eben in diesem Spiel. Es dauerte vier Spielminuten, bevor der Ball erstmalig im Korb untergebracht werden konnte. „In der Anfangsphase waren wir bei den Abschlüssen zu hektisch. Einfache „eins-gegen-null“ Korbleger müssen eigentlich verwandelt werden. Aber dieses Problem schleppen wir schon seit einiger Zeit mit uns herum“, so der Trainer Jörg Fischer in der Analyse.

Nach fünf Spielminuten wurden die Hölderinstädterinnen konsequenter in den Abschlüssen. Es folgte ein 18:0 „Run“ und aus einem 2:6 Rückstand wurde zum Viertelende eine klare 20:6 Führung.

Doch so einfach wollten es die abstiegsbedrohten Gastgeberinnen aus der Tübinger Vorstadt ihren Gegenüber dann doch nicht machen. Ab dem zweiten Viertel zeigten sie erheblich mehr Gegenwehr. Vor allem Paula Eisenecker stemmte sich vehement gegen eine drohende Niederlage und erzielte in diesem Viertel 13 ihrer 15 Punkte. Die Fischer Truppe blieb aber auch in diesem Abschnitt weiter spielbestimmend und Gegenkörbe wurde regelmäßig gekontert. So pendelte der Nürtinger Vorsprung bis zum Seitenwechsel immer zwischen 8 und 15 Punkte Differenz. Zur großen Pause führten sie letztendlich nach wie vor deutlich mit 38:26 Punkten.

Auch die ersten Punkte nach dem Seitenwechsel gehörten den Tabellenzweiten, dann folgte erst einmal eine lange Durststrecke. „Nach dem Seitenwechsel war bei uns offensiv minutenlang der Wurm drin. Wir haben nichts mehr getroffen, obwohl wir eigentlich nach wie vor gut gespielt haben. Doch defensiv haben wir weiter vorzüglich gearbeitet“, zeigte sich der Trainer trotzdem zufrieden mit der Leistung der Spielerinnen in diesem Viertel. Kombiniert wurde nach wie vor gut und freie Würfe erspielte man sich fast in jedem Angriff. Allerdings wurde in diesen Spielminuten die Abhängigkeit der TGN von Treffern von den Außenpositionen deutlich. Minutenlang gelang kein einziger Feldkorb und auch die Abpraller landeten in dieser Phase ausschließlich bei den größenmäßig überlegenen Tabellenzehnten. Verschärft wurde die Situation dadurch, dass Nürtingens Centerspielerin Sandra Stader aufgrund ihrer Foulbelastung erst einmal auf der Bank Platz nehmen musste. Das Fehlen Staders machte sich auch unter dem eigenen Korb stark bemerkbar. Ohne Stader konnte Derendings Centerspieleinnen nicht kontrolliert werden. Vor allem Getrud Dresely wusste dies zu nutzen und erzielte in diesen Minuten 10 einfache Punkte nach Offensivrebounds. Als Folge schmolz der TG-Vorsprung kontinuierlich auf 41:35 Punkte. Mit der Einwechslung von Stader wurde der Abwärtstrend schlagartig gestoppt. Da zudem die beiden gut aufgelegten Emmi Müllerschön (20 Punkte) und Sarah Wanzke (26 Punkte) nun endlich wieder Körbe für ihre Farben erzielten, war eine Trendwende geschafft. Vor dem abschließenden Viertel konnte sich der Favorit dadurch wieder zweistellig (49:39) in Front bringen.

Im letzten Viertel folgte die Show von Sarah Wanzke. Mit 16 Punkten innerhalb von 180 Sekunden war sie „on fire“ und erst einmal nicht mehr zu stoppen. Dadurch war sie maßgeblich an einem 18:5 TG-Lauf beteiligt. Der Vorsprung war dadurch erstmalig auf 20 Punkte angewachsen. Der Widerstand der TVlerinnen schien nun gebrochen zu sein. Dies war nicht zuletzt an der Körpersprache zu erkennen. Dennoch blieb die Fischer Truppe auch in der Schlussphase weiterhin am Drücker.

Letztendlich gewannen die Tabellenzweiten dieses Auswärtsspiel deutlich mit 71:47 Punkten und zeigten insgesamt eine starke Vorstellung. Durch diesen Erfolg festigte man den zweiten Tabellenplatz und bleibt dadurch Tabellenführer MTV Stuttgart auf den Fersen.

Für TG Nürtingen gespielt haben:

Eckstein(3), Fischer, D.(4), Fischer, K-T.(2),Jugo, Kaufmann(2), Müllerschön(20), Reichmuth(2), Stader(12), Wanzke(26).

jöf

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