Damen: Start-Ziel-Sieg gegen Tabellenschlusslicht

Veröffentlicht von Martin Unterseher am

Alles andere als ein klarer Sieg gegen den aktuellen Tabellenletzten BBU Ulm 2 am vergangenen Samstag wäre mit einer kleinen Sensation gleichzusetzen gewesen. Nürtingens Oberligadamen ließen in ihrem Heimspiel aber nichts anbrennen und siegten ungefährdet mit 70:55 (38:27) Punkten.

Beim Hinspiel in Ulm verpatzen die Tabellenzweiten den Start und sahen sich in dieser Partie nach wenigen Minuten mit einem deutlichen Rückstand konfrontiert. Einen Fehlstart sollte gegen die mit lediglich 7 Spielerinnen angereisten Gäste im Rückspiel mit aller Macht verhindert werden. Mit diesem Wissen im Hinterkopf drückte die Fischer-Truppe sofort aufs Tempo und startete fulminant. Knapp 2 Minuten waren gespielt und sie führten mit 8:0 Punkten. Eigentlich wollten die Neckarstädter weiter am Drücker bleiben, doch irgendwie schien erst einmal der Stecker gezogen zu sein. Im Gegensatz dazu fanden die Gäste ins Spiel und kamen zu Körben. „Grundsätzlich wollten wir bereits nach dem ersten Viertel für klare Verhältnisse sorgen. Das ist uns allerdings nicht gelungen. Unmittelbar nach dem vielversprechenden Start haben wir unerklärlicherweise den Faden verloren und sämtliche Konsequenz vermissen lassen“, so Fischer zum ersten Viertel. Bei einer 15:11 TG-Führung war das Spiel zum Viertelende offen.

Nach der ersten Viertelpause wurde es zunächst nicht besser. Im Gegenteil. Das Momentum lag nun eindeutig bei den Gästen und sie kamen zum Ausgleich (19:19). Auf Nürtinger Seiten blieben einerseits viele offene Würfe ungenutzt. Einzig Kim-Tara Fischer hatte in der ersten Spielhälfte genügend Zielwasser getrunken und traf hochprozentig. Am Ende sollte sie mit 15 Punkten die meisten Punkte für ihre Farben erzielen. Auf der anderen Seite fehlte aber auch die notwendige Aggressivität. Auch im Bewusstsein jederzeit einen Gang hochschalten zu können. Genau das passierte in den letzten Minuten von Viertel zwei. Härter in der Verteidigung, schneller im Umschalten, entschlossener in den Abschlüssen und schon war die Turngemeinde zum Seitenwechsel (38:27) wieder zweistellig in Führung. In diesen Spielminuten zeigten sie das vom Trainer geforderte Spiel.

Doch der Schwung vor der Halbzeitpause konnte aus TG-Sicht leider nicht ins dritte Viertel mitgenommen werden. Der Tabellenletzte spielte allerdings auch weiterhin sehr defensiv und stand in der Verteidigung auch in diesem Viertel sehr tief. Die Zone wurde dicht gemacht und ein Durchkommen von Fischer und Co. per Dribbling zum Brett war damit weiterhin kaum möglich. Das beste Mittel gegen eine tief stehende Zone sind Treffer aus der Distanz. Doch wie schon in den letzten Spielen ließen die Neckarstädterinnen auch in diesem Heimspiel viele gute Wurfmöglichkeiten liegen.

Defensiv hingegen spielte der Tabellenzweite solide und ließ den Münsterstädterinnen kaum Freiräume. Phasenweise schaffte man es ein ums andere Mal, dass Ulm innerhalb der erlaubten 24 Sekunden nicht einmal zum Abschluss kam. Und wenn dann nur per Notwurf. Insgesamt blieb dieser Durchgang dadurch punktearm. Der Vorsprung pendelte in diesem Viertel immer zwischen 10 und 14 Punkten. Vor dem Schlussabschnitt führten die Gastgeberinnen deutlich mit 38:26 Punkten.

Im Schlussviertel behielten die Hölderlinstädterinnen weiterhin die Kontrolle über das Geschehen. Aber leider reagierte man eher, als dass man agierte. So konnte sich weder die Nürtingerinnen weiter absetzen noch Ulm wesentlich herankommen. Mit einem letzten Aufbäumen verkürzten die Gäste zwar noch einmal auf 9 Punkte. Die Antwort der Turngemeinde folgte prompt und man zog wieder auf 15 Punkte davon. Am Ende gewannen Nürtingens Damen ungefährdet mit 70:55 Punkten und damit auch das siebte Spiel in Folge. „Wir sind heute nur so hoch gesprungen, wie wir unbedingt mussten. Ich hatte nie das Gefühle, dass wir dieses Spiel verlieren können. Aber von unserem Leistungsvermögen waren wir heute auch ein ganzes Stück entfernt“, lautete das Schlussfazit des Trainers.

Nach den Duellen gegen potentielle Abstiegskandidaten warten nun wieder Spiele gegen vordere Mannschaften der Tabelle – endlich muss man sagen. In den kommenden Wochen wird sich zeigen, wie es um die derzeitige Form des Tabellenzweiten bestellt ist.

Für TG Nürtingen gespielt haben:

Büchele(7), Eckstein(2), Fischer, D.(10), Fischer, K-T.(15), Gerlach, Kaufmann(4), Müllerschön(7), Müllner, Reichmuth(11), Salkowski(6), Stader(8).

jöf

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