Das Lokalderby in der Oberliga zwischen dem VfL Kirchheim und der TG Nürtingen war am Ende eine klare Angelegenheit. Der VfL setzte sich verdient mit 93:75 durch, auch wenn die Niederlage am Ende vielleicht etwas zu deutlich ausfiel. 

Am späten Sonntagnachmittag war es endlich soweit. Das Rückspiel des Lokalderbys zwischen den Nachbarn aus Kirchheim und Nürtingen stand auf dem Spielplan, wobei die Ausgangssituation dabei schnell geklärt war. Die Zweitliga-Reserve aus Kirchheim spielt die komplette Saison über konstanter als die Turngemeinde und ging daher auch als Tabellendritter der Oberliga in die Begegnung. Die Hölderlinstädter hingegen reisten als Tabellensechster an, die Favoritenrolle lag folglich bei den Gastgebern. Die Konstellation ähnelte der des Hinspiels doch sehr, als sich beide Mannschaften in Nürtingen bis in die Schlusssekunden ein umkämpftes Spiel lieferten – damals mit dem besseren Ende für die Hausherren.

Dass auf Kirchheimer Seite diese empfindliche Niederlage nicht vergessen war, wurde Sonntag schnell klar. Vor einer tollen Atmosphäre mit fast 300 Zuschauern waren beide Teams zunächst darauf bedacht, nicht den ersten Fehler zu begehen und früh in Rückstand zu geraten. Auf Nürtinger Seite war dafür anfangs hauptsächlich Aufbauspieler Kilian Fischer verantwortlich, ihm gelangen im ersten Viertel bereits acht Punkte. Auf Kirchheimer Seite kam vor allem Center Andreas Nicklaus zu Beginn gut ins Spiel, sodass nach den ersten zehn Minuten weiterhin alles offen war (20:19, 10. Minute).

Im zweiten Viertel zeigten die Gastgeber dann, wieso sie in der Tabelle vor den Nürtingern stehen. Dominant unter den Körben und gleichzeitig sehr treffsicher aus der Distanz – in dieser Phase fanden die Gäste kein Mittel gegen das Kirchheimer Erfolgsrezept. Ein 18:4-Lauf des VfL war die Folge (37:24, 17. Minute) und brachte den Hausherren erstmalig einen kleinen Vorsprung ein. Zur Halbzeitpause war zwar noch nichts entschieden (44:37), der Vorteil lag zu diesem Zeitpunkt aber dennoch bei Kirchheim.

Trainer Daniel Weingarten gab die Marschroute für den zweiten Durchgang vor: „Wenn wir heute Punkte mitnehmen wollen, müssen wir die Herausforderung im Kollektiv annehmen. Wir haben noch viel Basketball zu spielen, aber wir müssen uns klar steigern“.

Dies sollte der Turngemeinde nach dem Seitenwechsel auch besser gelingen, ertragreich war es deshalb aber noch lange nicht. Dies lag vor allem an der Treffsicherheit der Gastgeber. Die schienen sich in der eigenen Halle sichtlich wohl zu fühlen und fanden immer wieder Abschlüsse von jenseits der Dreipunktelinie. Coach Weingarten konstatierte „wenn der Gegner so schießt wird es schwierig. Kirchheim sprach nach Spielende von einer Quote von 11 Dreiern bei 34 Versuchen. Das kommt hin, denke ich, wobei 32% natürlich eine richtig starke Quote ist.“ Die Dreier der Knight-Reserve fielen in dieser Phase vor allem immer dann, wenn die TG sich anschickte den Rückstand zu verkürzen und das Spiel nochmals spannend zu gestalten (67:60, 30. Minute).

Vor dem letzten Viertel war also noch nichts entschieden, der Vorteil lag aber weiterhin bei den Teckstädtern. Die zeigten nun im Schlussabschnitt genau das, was den Nürtingern an diesem Abend fehlen sollte: Routine und Souveränität – auch in hektischen Phasen. Während die Gäste nun zusehends Ballverluste produzierten und die Wende im Alleingang herbeiführen wollten, spielten die Hausherren, mit wenigen Ausnahmen, beherrscht und diszipliniert. Eine Aufholjagd der Neckarstädter blieb so aus. Am Ende hieß der verdiente Gewinner VfL Kirchheim (93:75, 40. Minute). „Rein tabellarisch und sportlich ist die Niederlage nicht besonders schmerzhaft“ resümierte abschließend Weingarten. „Es war aber trotzdem Lokalderby und wir wollten natürlich erneut für eine Überraschung sorgen. Wenn Kirchheim dann aber so einen guten Tag erwischt, während wir gleichzeitig einen schlechten haben – da wird es dann schon sehr schwierig. Glückwunsch an den VfL“.

Für die Turngemeinde bleibt nun reichlich Zeit zur Regeneration und Analyse, nach zwei spielfreien Wochenenden findet das nächste Pflichtspiel erst wieder am 7. März statt.

Für Nürtingen spielten:

Fischer (20 Punkte), Horzella (14), Kiriakidis (5), Matesic, Müllerschön (6), Ratzkowski, A. Sengül (15), E. Sengül, Todorovic, Tussetschläger (9), Unterseher (6)

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