Lange ist es her, dass die in den letzten beiden Jahren so erfolgsverwöhnten Basketballerinnen der TG Nürtingen eine solche Niederlagenserie hatten hinnehmen müssen. Mit der 50:58 (25:32) Pleite in eigener Halle gegen den Tabellenzweiten SB Heidenheim setzte es die dritte Niederlage in Folge.

Eigentlich wollten sich die Oberligadamen der TG Nürtingen für die deutliche Hinspielniederlage in Heidenheim revanchieren. Zumindest wenn es nach der Vorstellung des Nürtinger Trainers gegangen wäre. Doch davon war in diesem Spitzenspiel den Spielerinnen des Tabellendritten vor allem im ersten Durchgang wenig bis gar nichts zu sehen. „In der Rückrunde sind wir ganz offensichtlich nicht mehr so hungrig auf einen Sieg. Ein Aufstieg in die Regionalliga war bei uns nie ein Thema. Da wir uns nach der guten Hinrunde frühzeitig von den hinteren Plätzen abgesetzt haben, sind die Ergebnisse der Rückrunde nur noch von sekundärer Bedeutung. Das scheint unserer Leistung in den bisherigen Spielen seit der Winterpause negativ beeinflusst zu haben“, so ein kritischer Trainer.

Noch in der Hinrunde waren die Nürtinger Spielerinnen bekannt für eine intensive und aggressive Gangart. Davon ist in den bisherigen Rückrundenspielen kaum noch etwas zu sehen. So eben auch im Heimspiel gegen den Tabellenzweiten. Von Beginn an überließ man den Gästen die Initiative, welche diese zu einer ersten Führung nutzen konnten. Aber auch in der Offensive wirkten die Angriffsbemühungen der Neckarstädterinnen zunächst träge und ohne den Elan der Hinrunde. Dadurch schaffte man es nur selten, sich freie Wurfchancen zu erspielen. Und auch der Weg zum Korb schien in diesem ersten Viertel wie vernagelt zu sein. Ein 12:14 Rückstand zum Viertelende war die Folge.

Im zweiten Viertel änderte sich an den Kräfteverhältnissen wenig. Die Fischertruppe spielte weiterhin ohne den nötigen Schwung und überließen den Gästen auch in diesem Abschnitt die Spielkontrolle. Als Folge vergrößerte sich der Rückstand bis zum Seitenwechsel kontinuierlich auf 25:32 Punkte.

Nach der insgesamt enttäuschenden Leistung in der ersten Halbzeit kamen die Gastgeberinnen mit einer verbesserten Körpersprache zurück auf Feld. Nun war ansatzweise erkennbar, warum die Fischer „Fünf“ in der Hinrunde von Sieg zu Sieg eilte. Mit gesteigertem Tempo und einer höheren Intensität stemmten sie sich nun gegen eine drohende Niederlage. Im dritten Viertel mangelte es im Angriff trotz der Leistungssteigerung zunächst weiterhin an Präzision und an Durchschlagskraft. „Wenigstens konnten wir uns nach der Pause endlich wieder viele freie Wurfchancen erspielen, wenngleich wir in diesem Abschnitt einiges haben liegen lassen“, resümierte Fischer das dritte Viertel. Weiterhin große Schwierigkeiten bereitete ihnen die erstligaerfahren HSB-Topscorerin Melinda Kesöi (27 Punkte). Sie spielte mit der Nürtinger Verteidigung immer wieder „Katz und Maus“ und konnte selbst mit vereinten Kräften nicht unter Kontrolle gebracht werden. Anstatt Ergebniskorrektur wuchs der Rückstand zum Viertelende auf 33:45 Punkte.

Sicherlich war der deutliche Rückstand noch nicht uneinholbar, doch angesichts des bisherigen Spielverlaufs und der überragenden Vorstellung von Kesöi war die Zuversicht weder bei den Nürtinger Anhängern noch bei den Spielerinnen selbst besonders groß auf eine etwaige Wende. Die Ausgangslage verschärfte sich weiter, nachdem Kesöi im abschließenden Viertel weitere Punkte erzielte und ihre Farben zwischenzeitlich mit 18 Punkten in Front brachte. Spätestens danach war auf Seiten der Hölderinstädterinnen auch die letzte Zuversicht gewichen. Ihnen war nun bewusst, dass man an diesem Tag das Spielfeld nicht als Gewinner verlassen wird. Trotzdem wollte man sich vor Heimpublikum nicht gänzlich aufgegeben. Man spielte also trotz der prekären Lage weiter und schaffte es, sich in der Schlussphase wenigstens wieder in den einstelligen Bereich zu bringen. An der 50:58 Niederlage sollte aber auch das allerletzte Nürtinger Anrennen nichts mehr ändern. Damit setzte es für die Hölderlinstädterinnen nun bereits die vierte Niederlage der Rückrunde und die insgesamt sechste Saisonniederlage. Mit 14 Siegen liegt man allerdings weiterhin voll im Soll und bleibt erst einmal Tabellendritter.

Für TG Nürtingen gespielt haben:

Büchele(6). Fischer, D.(7), Fischer, K-T.(10), Jugo, Kaufmann(2), Müllerschön(1), Reichmuth(3), Salkowski(2), Stader(7), Wanzke(12).

jöf

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