Das aus Nürtinger Sicht mit Hochspannung erwartete Regionalligadebüt gegen die Damen der BBU 01 Ulm endete mit einer 62:71 (20:39) Niederlage. Dabei zahlten die Fischer-Truppe vor allem im ersten Spielabschnitt Lehrgeld, kamen mit zunehmender Spielzeit aber immer besser mit dem Gegner zurecht und schnupperten in der Schlussphase sogar an einem Sieg.

Am Ende standen die Nürtinger Korbjägerinnen zwar mit leeren Händen da, doch machte vor allem die Leistung der zweiten Spielhälfte im Auftaktspiel gegen Ulm Mut und die Gewissheit in der Regionalliga grundsätzlich mithalten zu können. Vor der Begegnung war man sich im Nürtinger Lager sehr unklar darüber, ob man über ausreichend Qualität verfügt, um eben auch eine Liga höher bestehen zu können.

Trotz aller Nervosität erwischte die Turngemeinde in Person von Neuzugang Ann-Kathrin Lehner einen guten Auftakt und erzielte die ersten vier Punkte des Spiels. Doch danach übernahmen die insgesamt favorisierten Gäste zunächst die Kontrolle. „In der ersten Halbzeit müssten wir uns an das deutlich höhere Spieltempo erst einmal gewöhnen. Sei es im Umschaltverhalten, aber auch in der Bewegungsgeschwindigkeit der einzelnen Spielerinnen,“ resümierte Trainer Fischer nach dem Spiel. Vor allem in der Verteidigung waren seine Schützlinge meist einen Schritt zu langsam. Zudem bewegte man sich und den Ball in der Offensive zu träge und fand dadurch nur selten gute Lösungen. Nach sechs Minuten lag Ulm deutlich mit 14:7 Punkte in Front. Einige Spielerwechsel brachte mehr Offensivschwung ins Nürtinger Angriffsspiel und eine Ergebnisverbesserung auf 14:11 Punkte zum Viertelende.

Auch der Auftakt ins zweite Viertel gelang. Die Gastgeberinnen holten sich durch einen viertelübergreifenden 9:0 Lauf die Führung zurück. Doch das sollte bis zum Seitenwechsel erst einmal das letzte Aufbäumen des Aufsteigers gewesen sein, denn bis zum Seitenwechsel domminierten nur noch die Gäste. Vor allem Ulms überragende Spielmacherin Helena Boado Xairo bekamen die Nürtinger in dieser Phase überhaupt nicht in den Griff. Sie dürfte schalten und walten nach Blieben. Da man sich offensiv zudem kaum einmal eine gute Wurfposition erspielen konnte, war ein herber 20:39 Rückstand zur Pause die Folge. „Wir wollten Druck auf den Aufbau machen, was uns im zweiten Viertel aber überhaupt nicht gelungen ist. Aber auch unsere Bewegungen im Angriff waren einfach zu langsam. Damit bekommt man gegen gute Verteidiger kaum freie Würfe“, so ein weiterer Kommentar Fischers.

Viel besser wurde es in Viertel drei. Plötzlich schienen die Hausherrinnen die scheu abgelegt zu haben. Defensiv spielte man nun mit mehr Energie und schaffte es damit den vom Trainer lange geforderten Druck auf die jeweils ballführende Spielerin des Gegners aufzubauen. Zudem führte das höhere Tempo in der Offensive auch zu besseren Abschlüssen und einer höheren Trefferquote. Der Rückstand konnte dadurch leicht verkürzt werden. Doch die Gäste ließen weiterhin ihre Qualitäten aufblitzen und konterten mit zwei erfolgreichen Dreiern. Aber der Aufsteiger ließ sich vom neuerlichen Rückschlag nicht beeindrucken und blieb am Drücker. Das dritte Viertel wurde in der Endabrechnung mit 21:16 gewonnen und der Rückstand vor dem Schlussabschnitt wurde deutlich auf 41:55 reduziert.

Ähnlich der Verlauf des Schlussabschnitts. Nürtingen verkürzte zunächst auf 10 Punkte (47:57), um Minuten später wieder mit 17 Punkten Differenz im Rückstand zu liegen. Doch geschlagen geben wollte man sich auch diesmal nicht. Im Gegenteil. Alle Kräfte wurden mobilisiert und die Antwort folgte in Form eines 15:3 Runs. „In dieser Phase hat man gesehen, dass wir auch eine Klasse höher mit unserer Verteidigung den Gegner durchaus vor Probleme stellen können“, so ein lobender Trainer. Bei nur noch 5 Punkte Rückstand und 2 Minuten verbleibender Spielzeit keimte noch einmal Hoffnung auf hier vielleicht die Wende schaffen zu können. Allerdings brachte man in den Schlussminuten den Ball nicht mehr im gegnerischen Korb unter. Ulm hingegen erzielte die letzten 4 Punkte und gewannen damit das Auftaktspiel in Nürtingen mit 71:62 Punkten.

Für Nürtingen gespielt: Büchele(6), Fischer D. (5), Fischer, K.(4), Holzer, Kaufmann(4), Lehner(9), Müllerschön(9), Müllner, Reichmuth(2), Salkowski(4), Stader(9), Wanzke(12).

jöf

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