Am vergangenen Sonntag gastierten Böblingens Oberligadamen in der Nürtinger Hölderlinsporthalle. In einem sehr abwechslungsreichen und attraktiven Spiel zeigten beide Mannschaften, dass sie zu den guten Mannschaften der Liga gehören. Erst in der Schlussphase setzten sich die Hölderlinstädterinnen deutlich mit 77:62 (37:27) Punkten durch.

Es war der erste echte und erwartete Härtetest für die Fischer-Truppe. Die Gäste aus Böblingen warteten in der jungen Saison mit guten Ergebnissen auf, wenngleich sie vor Wochenfrist die erste Saisonniederlage hinnehmen mussten. Nicht zuletzt deshalb forderte der TG-Trainer vor Spielbeginn eine hohe Leistungsbereitschaft seiner Spielerinnen ein. 

In der Startphase hatte vor allem Sarah Wanzke überragend zugehört. Sie erzielte in den ersten 5 Minuten 13 Punkte und sorgte so für eine schnelle 15:2 Führung. In den Startminuten zeigten sich die SVlerinnen überrascht von der aggressiven Verteidigung des Kontrahenten. Erst danach fanden sie mehr Ordnung in den eigenen Offensivbemühungen und kamen zu besseren Abschlüssen. Einen deutlichen 20:10 Rückstand zu Viertelende konnten sie aber nicht mehr abwenden.

Die ersten Punkte des zweiten Viertels gingen wieder auf das Konto der Gastgeberinnen. Anschließend übernahmen die Böblingerinnen minutenlang das Kommando und erzielten in der 16.ten Spielminuten den 27:27 Ausgleich. „In dieser ersten kritischen Phase haben wir einige einfache Abschlüsse liegen lassen, aber auch keine Rebounds geholt. Doch unsere Bank bietet viele Möglichkeiten auf schlechte Phasen zu reagieren“, so der Trainer nach dem Spiel. Vor allem die Einwechslung von Lisa Reichmuth brachte eine Wende. Sie erzielte in der Schlussphase der ersten Halbzeit 6 Punkte und zeichnete sich damit maßgeblich für einen 10:2 „Run“ verantwortlich. Mit einer 37:29 Führung ging es in die große Pause. 

Nach dem Seitenwechsel blieben die Hausherrinnen weiter am Drucker. Man wollte den Vorsprung wieder in den zweistelligen Bereich bringen, was durch Treffer von Daniela Fischer und Sandra Stader auch gelang. Die Gäste hatte den Kampf aber längst angenommen und zeigten sich vom gewachsenen Rückstand eher motiviert als beeindruckt. Sie erhöhten die eigene Intensität und kamen durch schnell vorgetragene Angriffe immer wieder zu erfolgreichen Abschlüssen. Da aber auch die TGNlerinnen mit ähnlichen Qualitäten aufwarteten, entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Der Abstand pendelte in diesem Viertel immer zwischen dem einstelligen und dem zweistelligen Bereich hin und her, blieb aber immer in etwa bei 10 Punkten. So eben auch nach Viertelende (57:47).

Ganz eng wurde es in den ersten Minuten des abschließenden und entscheidenden letzten Viertels. Jetzt setzten die SVlerinnen alles auf eine Karte. Durch zwei erfolgreiche Dreier brachten sie sich wieder auf Tuchfühlung (59:55) heran. Das Spiel stand nun auf des Messers Schneide. „Die Qualität einer Mannschaft zeigt sich vor allem in den engen Phasen eines Spiels. Das wir über eine Menge Qualität verfügen konnten wir in der Crunchtime eindrucksvoll unter Beweis stellen,“ lobte Fischer seine Schützlinge. Er bezog sich damit einerseits auf den insgesamt sechsten Treffer von Wanzke sowie den zweiten Treffer von Daniela Fischer von jenseits der Dreierlinie. Andererseits aber auf die Defensivleistung des gesamten Teams. Dadurch konnte die Turngemeindler das letzte Böblinger anrennen abwenden und sich vorentscheidend auf 13 Punkte (71:58) absetzen. Am Ende gewannen Nürtingens Oberligadamen dieses sehr abwechslungsreiche und von vielen unterschiedlichen Phasen geprägte Spiel deutlich mit 77:62 Punkten. Damit steht man in der Tabelle erst einmal an der Spitze. Doch schon am kommenden Wochenende steht der nächste Prüfstein an. Dann erwartet man bei den Damen von Hellas Esslingen noch mehr Gegenwehr und sieht sich sogar in der Außenseiterrolle.

Für TG Nürtingen gespielt haben:

Büchele(9), Fischer, D.(12), Fischer, K-T.(4),Kaufmann(6), Müllerschön(2), Müllner, Pietzsch(1), Reichmuth(6), Stader(7), Wanzke(30). 

jöf

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